Mit Fotografie hatte ich eigentlich nichts im Sinn, Musik hören, Platten aus England importieren, das war mein Ding. Im Auto lief ein erstes Tonbandgerät, das man über einen Zigarettenanzünder ans Stromnetz anschließen konnte. Ohne großen Neid blickte ich auf meinen "kleinen" Bruder, der anfing, erste Bandfotos seiner eigenen Band zu fotografieren. Aber er war nicht zufrieden mit seinem Arbeitsmaterial und forschte, welche Kamera ihn weiterbringen würde. Ein eigenes Fotolabor hatte er auch schon; es war spannend zu sehen, wie er alles organisierte und seine "Dunkelkammer" einrichtete, um dann stundenlang zu sitzen und Bilder zu produzieren, die dann in unserem Badezimmer zum Trocknen an der Wand hingen.

 

 

Ein befreundeter Fotograf gab dann einen Tip in Richtung Kamera, doch das Geld wollte er nicht ausgeben. Zu der Zeit verdiente ich mein erstes Geld nach der Lehre während des Studiums als DJ im Piccadilly in Bad Oldesloe, zeitweilig auch im Old Time. Das Interesse an der Fotografie war gestiegen, auch durch einige Bilder mit geliehener Kamera bei Konzerten von Jimi Hendrix und anderen Bands - ohne jegliche Ahnung - und ich nahm den Tip des Fotografen auf, kaufte mir die Kamera und fotografierte dann alles, was ich zu sehen bekam. Eis war eine Canon FTB QL, die noch bis kurz vor der digitalen Revolution seinen Dienst erwies mit einer wirklich erstaunlichen Qualität. Gleichzeitig übernahm ich auch das Fotolabor meines Bruders. Der Anfang war schrecklich, ich mischte mir zwei Flaschen Fixierer an und vergaß den Entwickler. Das fiel mir auf während eines Abends als DJ. Ich konnte es kaum erwarten, dass der Abend zu Ende ging und sass dann bis zum Morgen in meiner Dunkelkammer und entwickelte Bilder.

Es kamen Objektive dazu, zu Konzerten schleppte ich umfangreiches Equipment mit mir herum. Es war alles wunderbar - man konnte vor der 1. Stuhlreihe fotografieren, ohne von Ordnern belangt zu werden. Das galt in Hamburg für das CCH, die Musikhalle, die Ernst-Merck-Halle und viele andere Hallen. Gleiches stellte ich dann in Frankfurt oder Offenbach fest, als es mich beruflich dorthin geführt hatte. Die Kameras wurden professioneller, die Qualität der Bilder nahm zu. Und dann war alles plötzlich zu Ende. Die Produzenten und Verantwortlichen entdeckten das Copyright. Zuerst durfte man noch 10 Minuten Fotos erstellen, dann war auch das vorbei. Der komplette Körpercheck verhinderte, dass man eine Kamera mit ins Konzert nehmen konnte.

Heute muss man Angst davor haben, Bilder aus der sogenannten copyrightfreien Zeit zu veröffentlichen.Ich werde es trotzdem tun und hier an dieser Stelle einiges von dem aufarbeiten, was mir im Laufe der Zeit alles vor die Kamera gelaufen ist. Wer Interesse daran hat, dem wünsche ich viel Spass bei den Bildern aus der Musikszene. Die Texte zuden Fotos im internationalen Bereich habe ich aus Wikipedia übernommen.

Peter Stäcker

 

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