Die 90er Jahre

Die Fotografie bei Konzerten hatte ein Ende. Überall wurden Kontrollen eingeführt, man durfte nicht einmal eine Kamera mit in das Konzert nehmen. Am Eingang gab es große Schilder und Security-Schergen (männlich und weiblich) machten Körper- und Taschenkontrollen.

 

Bedeutende Musikrichtungen waren u. a.: Hip-Hop, R&B, Eurodance, Techno, Trance, House, Rave, Jungle, Drum ’n’ Bass, Trip-Hop,

Boygroups wurden populär wie nie zuvor. Seit den ausgehenden 1980ern gab es in der Popmusik eine Entwicklung zu oft zusammengestellten Gruppen, die mit synchronen Tanzperformances arbeiteten. Dazu zählten Gruppen wie die New Edition, New Kids on the Block oder Bros, die Vorreiter dieser Entwicklung waren. Kommerziell gesehen gehören Boyz II Men, TLC, Take That, Destiny’s Child, Backstreet Boys, En Vogue, *NSYNC, Salt’N’Pepa, Westlife und die Spice Girls zu den erfolgreichsten Boy- und Girlgroups seit den 90ern. Der Skandal um die Gruppe Milli Vanilli 1990 verdeutlichte die Risiken solcher künstlich zusammengestellten Gruppen - allerdings hatte Frank Farian in den 1970ern schon mit Boney M. ähnliches praktiziert. Später in den 1990ern gab es Boybands wie Echt, die auch Instrumente spielten.

Anfang der Neunzigerjahre bestimmte der Grunge, als Untergrund-Szene Ende der Achtziger in Seattle, USA, entstanden, zunehmend die kommerzielle Rockmusik. Vor allem Nirvana und Pearl Jam wurden weltweit bekannt, aber auch Alice in Chains und Soundgarden erklommen in der Folgezeit die Spitze der Charts. 1994 beging Kurt Cobain, Sänger von Nirvana, Selbstmord.

Allgemein befanden sich die unterschiedlichen Spielarten des Indie-Rock bzw. Alternative im Aufschwung. Unter anderem aus dem britischen Independent der 1980er entstanden, doch mehr auf Massentauglichkeit angelegt, wurde der Britpop um Bands wie Oasis und Blur Mitte der Neunzigerjahre populär und erreichte die Charts.

Im kommerziellen Hard-Rock-Bereich waren Anfang des Jahrzehnts Guns N’ Roses dominierend. Im Metal-Bereich erreichten Metallica mit dem selbstbetitelten Album erstmals breitere Hörerschichten. Im härteren Segment des Death Metal erlebte Anfang des Jahrzehnts neben dem entstehenden Gothic Metal vor allem die schwedische Szene einen Aufschwung, gegen Ende der Neunziger ging die Entwicklung hier eher zum Black Metal. Kommerziell weitaus erfolgreicher war allerdings der zum Ende der Dekade hin entstehende Nu-Metal-Bereich um Bands wie Korn, Limp Bizkit und Slipknot. Nicht zuletzt Crossover-Bands wie Rage Against the Machine hatten seit Anfang des Jahrzehnts hierfür den Weg bereitet.

Mitte der 1990er gab es eine Pop-Punk-Welle um Bands wie Green Day und The Offspring.

Lateinamerikanische Musik fand Ende der 90er als Latin Pop mit populären Künstlern wie Gloria Estefan, Ricky Martin, Jennifer Lopez und anderen Eingang in die Popkultur außerhalb der spanischsprachigen Welt. Beliebt waren auch Sommerhits wie Macarena von Los del Río (1996) und Mambo No. 5 von Lou Bega (1999).

Im Jahr 1994 erlebte der Anfang der 1990er Jahre entstandene Eurodance (damals als Dancefloor bezeichnet) seinen Höhepunkt und dominierte zu großen Teilen die deutschen Charts. Typisches Merkmal waren Rap-Strophen gepaart mit eingängigen Liedtexten und Melodien. Bekannte Künstler waren u.a. Snap, Captain Hollywood Project und La Bouche.

Es kam in Deutschland zu einem Schlager-Revival, unter anderem durch Guildo Horn, der Deutschland 1998 beim Eurovision Song Contest vertrat, und Dieter Thomas Kuhn.

Im deutschsprachigen Raum war auch ein Boom des volkstümlichen Schlagers zu bemerken.

1991 starb Freddie Mercury von der Band Queen an AIDS. Zahlreiche Musiker aus dem Rock- und Pop-Bereich würdigten ihn 1992 mit dem weltweit übertragenen Freddie Mercury Tribute Concert im Londoner Wembley-Stadion.

1995 begann mit provokanten Texten und deutschem Hip-Hop der Aufstieg der Gruppe Tic Tac Toe. Bereits zwei Jahre später kam es während einer spektakulär in Szene gesetzten Pressekonferenz zur ersten Trennung der Band.

1996 wurde Tupac Shakur erschossen.

1997 war es INXS-Frontmann Michael Hutchence, der Suizid verübte.

Ein Jahr darauf, 1998, verunglückte der österreichische Popkünstler Falco bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik tödlich.


Ebenfalls 1998 beging Rob Pilatus (Milli Vanilli) in Frankfurt am Main in einem Hotelzimmer Selbstmord.
1990 fand in Berlin das größte Rockkonzert seit Öffnung der Mauer statt: Roger Waters – The Wall.


Millionen von Partygängern besuchten Technoparaden wie die Berliner Loveparade oder die Zürcher Street Parade.

Musikfestivals besonders im Pop-, Rock- und Metal-Bereich wurden neu gegründet oder meldeten Besucherrekorde, als Beispiele für größere neu etablierte Festivals seien Hurricane Festival, Wacken Open Air, Rock im Park und With Full Force, aber auch Lollapalooza in den USA genannt. Einen Zuschauerboom erlebten auch das Bizarre-Festival, Rock am Ring sowie im Ausland etwa das Roskilde-Festival in Dänemark oder das Dynamo Open Air in den Niederlanden.

1998 wurde die Musiktauschbörse Napster als erstes Peer-to-Peer-File-Sharing-Netzwerk bekannt. Es kam zu Diskussionen und juristischen Auseinandersetzungen mit der Musikindustrie sowie einigen Künstlern, die ihre Urheberrechte verletzt sahen. Andere Musiker befürworteten das Prinzip grundsätzlich bzw. nutzten es, um Bekanntheit zu erlangen

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