Konzert am 8.11.1977 im CCH Hamburg


1964 gründeten John Lees und Woolly Wolstenholme, beide Studenten an der Oldham Art School, die Band „The Sorcerers“, aus denen die Bluesgruppe The Keepers wurde. Zur gleichen Zeit gründeten Les Holroyd und Mel Pritchard, die sich bereits seit dem Vorschulalter kannten, die auch aus Oldham stammende Schulband Heart And Soul And The Wickeds, auch nur (The) Wickeds genannt. Nachdem der Leadgitarrist der Wickeds ausgestiegen war, gründeten alle vier 1966 die Band The Blues Keepers, die einige kleinere Konzerte gaben und aus der 1967 die professionelle Gruppe Barclay James Harvest hervorging.

 



Im Sommer 1967 entschied man sich, vollberuflich als Band zu arbeiten, und folgte Manager John Crowther nach Lancashire auf einen alten Bauernhof des 18. Jahrhunderts, um dort zu arbeiten. Nachdem zwei der damals sechs Mitglieder die Band verlassen hatten, einigte man sich auf einen neuen Namen: „Barclay James Harvest“. Einer (womöglichen) Legende nach wurde dieser durch ein Assoziationsspiel gefunden – jedes Mitglied schrieb für ihn wohlklingende Namen auf ein Kärtchen. Danach wurden die Karten eingesammelt und schrittweise durchgegangen. Zurück blieben Barclay, James und Harvest. 2009 erzählte Les Holroyd in einem Interview allerdings, dass dies „alles Quatsch“ sei: „Wir wollten einfach nicht so einen kurzen, typisch englischen Namen, wie The Who, The Kinks oder so ähnlich. Wir fanden die längeren amerikanischen Band-Namen wie Jefferson Airplane oder Buffalo Springfield einfach schöner und wollten eine englische Version davon. Da wir auf dem Land in einer Farm geprobt haben, war ,Harvest' (Ernte) schon vorgegeben und irgendwie wurde eben ,Barclay James

 



Im April 1968 erschien die erste Single „Early Morning“ auf dem zu EMI gehörenden Parlophone-Label; ihre beiden Lieder stammen von 1966. Der relative Erfolg dieses Songs führte zu einem längerfristigen Vertrag mit dem neugegründeten Prog-Rock-Label Harvest (auch EMI). Die zweite Single „Brother Thrush“ konnte 1969 an den Erfolg der Debüt-Single anknüpfen.

Für ihr erstes Studioalbum, Barclay James Harvest (1970), das in den Londoner Abbey Road Studios aufgenommen wurde, arbeitete die Band erstmalig mit einem großen Orchester, dem Barclay James Harvest Symphony Orchestra (zuvor The London Symphonia[3] genannt; Orchester bestehend aus Musikstudenten) zusammen; trotz des sehr großen finanziellen Aufwandes gab sie 1970 und in den folgenden Jahren viele Konzerte mit diesen und anderen Orchestern. Das Album enthält unter anderem „Mother Dear“ und das Mammutwerk „Dark Now My Sky“.

 




Das zweite Studioalbum, Once Again (Februar 1971), das auch in den Abbey Road Studios mit dem Barclay James Harvest Symphony Orchestra aufgenommen wurde, enthält zum Beispiel die Lieder „She Said“, „Song For Dying“, „Galadriel“, „Mocking Bird“ und „Ball And Chain“. Das dritte Studioalbum, Barclay James Harvest and Other Short Stories (Nov. 1971), das dort mit demselben Orchester entstand, beinhaltet unter anderem die Songs „Medicine Man“, „The Poet“ und „After The Day“.

Unter enormem Zeitdruck entstand das vierte Studioalbum, Baby James Harvest (1972): Während Lees, Holroyd und Pritchard den Großteil der Songs in Stockport in den Strawberry Studios einspielte, arbeitete Wolstenholme in den Londoner Abbey Road Studios allein mit dem Orchester an dem quasi-symphonischen Stück „Moonwater“; zu den Liedern des Albums gehört auch das Mammutwerk „Summer Soldier“. Ein Mitschnitt des Konzerts, das die Band am 16. November 1972 mit dem Barclay James Harvest Symphony Orchestra im Paris Theatre in London gab, erschien 2002 als Barclay James Harvest ... BBC in Concert.

 



Nachdem Baby James Harvest überwiegend negative Resonanz hervorgerufen hatte, sah sich die Band 1973 ohne Plattenvertrag. Obwohl sie als Liveband einen guten Ruf genossen, waren Erfolge in den Charts ausgeblieben. Hinzu kam, dass das Orchester sehr kostspielig für die Band wie auch für die Plattenfirma war, weshalb man sich entschloss, zukünftig – sowohl für Studioarbeiten als auch für Konzerte – auf das Orchester zu verzichten.
1974–1978: Wechsel der Plattenfirma und erste Erfolge

1974 unterzeichneten Barclay James Harvest bei Polydor und veröffentlichten noch im selben Jahr das fünfte Studioalbum, Everyone Is Everybody Else, das auf Anhieb bessere Verkäufe erzielte als seine Vorgänger, obgleich große Erfolge ausblieben. Es enthält zum Beispiel: „Child Of The Universe“, „Negative Earth“, „The Great 1974 Mining Disaster“, „Crazy City“ und „For No One“. Nach der Tour zu diesem Album ließ die Band noch im selben Jahr ihr erstes Livealbum, Live, folgen, das in London am 30. Juni und in Liverpool am 31. August 1974 aufgenommen wurde und den ersten Charterfolg brachte.



Mit den dem sechsten Studioalbun, Time Honoured Ghosts (1975), das zum Beispiel das Lied „Titles“ als musikalische und lyrische Hommage an die Beatles enthält, und dem siebenten Studioalbum, Octoberon (1976), das unter anderem die Songs „Ra“ (Ra ist der altägyptische Sonnengott) und „Suicide?“ beinhaltet, wiederholten die vier Engländer ihren Erfolg und tourten erstmals auch durch Rest-Europa und die USA.

1977 folgte dann das bis dahin beste BJH-Jahr: Besonders in Deutschland hatten sie mit dem achten Studioalbum, Gone to Earth, und der daraus ausgekoppelten Single „Hymn“ hohe Chartplatzierungen. Mit Humor konterte die Band auf dem Album Kritikerstimmen, welche die Band wegen ihrer Musik als „The Moody Blues für Arme“ titulierten: Sie verfassten darauf prompt den Song „Poor Man's Moody Blues“, der deutlich dem Moody-Blues-Hit Nights in White Satin nachempfunden ist. Beide Songs, „Hymn“ und „Poor Man's Moody Blues“ zählen zu den beliebtesten von Barclay James Harvest.

 



Im selben Jahr veröffentlichte John Lees sein Soloalbum A Major Fancy, und BJH-Konzerte waren fast überall ausverkauft. 1978 folgte mit Live Tapes, dessen Songs in mehreren Konzerten von 1976 und 1977 aufgenommen wurden, das zweite Livealbum und zudem mit XII das neunte Studioalbum. Es ist das letzte Album der Band mit ihrem Gründungsmitglied Woolly Wolstenholme und enthält beispielsweise die weithin bekannten Lieder Loving Is Easy, Berlin und Sip Of Wine.

  • John Lees - Gitarre und gesang
  • Les Holroyd - Bass, Gesang, Keyboard
  • Mel Pritchard - Schlagzeug
  • Wooly Wolstenholme - Keyboard und Gesang

 

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