Konzert am 14.06.1976 in der Ernst Merck Halle in Hamburg

Bob Marley, eigentlich Robert Nesta Marley, war ein jamaikanischer Sänger, Gitarrist und Liederschreiber. Marley war Mitbegründer und ein bedeutender Vertreter des Reggae, den er ab Mitte der 1970er Jahre mit seiner Band The Wailers international bekannt machte.

 

 

Berühmte Lieder von Marley sind unter anderem Buffalo Soldier, Get Up, Stand Up, I Shot the Sheriff, No Woman No Cry, Could You Be Loved? und Stir It Up. Neben seinem musikalischen Werk verbreitete Marley die Botschaft der Rastafari-Bewegung. Für deren Anhänger und für viele Menschen in der Dritten Welt ist Marley eine wichtige Identifikations- und Symbolpersönlichkeit.

In den Armenvierteln von Kingston waren Gewalt und Hoffnungslosigkeit an der Tagesordnung. Musik bildete oft für viele Jugendliche die einzige Möglichkeit, der tristen Alltagswelt zu entfliehen. Einer dieser Jugendlichen war Jimmy Cliff, der schon mit 14 Jahren einige Lieder aufgenommen hatte. Jimmy machte Marley mit Leslie Kong, einem örtlichen Musikproduzenten, bekannt. Mit ihm nahm er seine erste Single Judge Not auf. Weder Judge Not noch seine im Jahre 1962 erschienene Single One More Cup Of Coffee verkauften sich besonders gut, woraufhin Marley sich von Kong trennte.

 

Marley war weiterhin von der Musik der amerikanischen Radiosender - Soul, Country, Pop und Rock fasziniert. Besonders liebte er Fats Domino und Ray Charles. Durch die Vorliebe dieser Musik lernte er Neville O'Reilly Livingston (auch bekannt als Bunny Wailer) kennen und freundete sich mit ihm an. Die beiden besuchten gemeinsam einen Musik-Kurs, der von dem berühmten jamaikanischen Sänger Joe Higgs abgehalten wurde. In diesem Kurs trafen sie auf Winston Hubert McIntosh (bekannt als Peter Tosh) und die drei wurden schnell gute Freunde.

Gemeinsam mit Beverley Kelso, Junior Braithwaite und Cherry Smith gründeten die drei im Jahre 1963 die Gruppe The Teenagers (später bekannt unter The Wailing Rudeboys, danach The Wailing Wailers und schließlich The Wailers). Kelso, Braithwaite und Smith waren nur an der ersten Hitsingle Simmer Down (1964) beteiligt, bevor alle drei die Gruppe im Jahre 1965 verließen.

Die frühen Stücke der Band waren vom damals populären schnellen, gut tanzbaren Ska geprägt. Bis zum Ende der 1960er Jahre waren zusätzlich Elemente der afrikanisch geprägten jamaikanischen Volksmusik von den Wailers aufgenommen worden. Durch das Zusammentreffen mit dem Musiker und Produzenten Lee Perry wurde zusätzlich der Beat verlangsamt und der Musikstil, der heute unter dem Namen Reggae bekannt ist, entstand. Die ungewöhnliche Musik faszinierte das Publikum. Marley konnte sich sogar ein Auto kaufen und für seine Familie – er hatte inzwischen zwei Kinder – ein Haus renovieren. Kleine Tourneen in Großbritannien und Nordirland und den USA folgten, zusammen mit dem damals noch völlig unbekannten Bruce Springsteen.

 

 

Im Jahre 1974 verließen auch Neville und Winston nach Streitereien zwischen Bob und Winston die Gruppe, um unter ihren Pseudonymen Bunny Wailer, beziehungsweise Peter Tosh, ihre Solokarrieren zu starten. Neville blieb Bob aber immer freundschaftlich verbunden. Es bildete sich das Hintergrundgesangstrio I-Threes mit Bobs Frau Rita Marley, Marcia Griffiths und Judy Mowatt. Zudem wurden einige Musiker zur Gruppe hinzugefügt. Aber auch Bob Marley startete seine Solo-Karriere.

Den Liedtexten kommt in Bob Marleys Werk eine besondere Bedeutung zu. Obgleich Marley auch eine Reihe von anderen Stücken, beispielsweise Liebeslieder, verfasst hat, drehen sich die meisten seiner Lieder um spirituelle Inhalte, die ohne Kenntnisse der Rastafari-Religion kaum zu verstehen sind. Er begriff seine Musik als Medium, um die Botschaft des Rastafari in die Welt zu transportieren. Folglich wurde und wird er von vielen Anhängern dieser Religion als eine Art Prophet gesehen (siehe unten).

Oberflächlich betrachtet scheint Marleys Musik, in der oft von Begriffen wie Freiheitskampf oder Revolution die Rede ist, hervorragend in den westlichen Zeitgeist der 1970er Jahre (Flower Power, Neue Linke) zu passen, was auch ihren großen Erfolg beim westeuropäischen und nordamerikanischen Publikum erklärt. Insbesondere das Lied Get Up, Stand Up ist wegen seines Refrains noch heute ein Klassiker und Bob Marley gilt bei vielen als ein Held des Freiheitskampfes, dessen Konterfei neben einem Poster von Che Guevara so manches westliche Wohnzimmer schmückt.

 

Marleys scheinbar revolutionäre Lieder waren nie politisch oder sozialkritisch, sondern religiös-spirituell. Konkreten Bezug zu weltlicher Politik nehmen lediglich einzelne Lieder wie etwa Zimbabwe und auch diese sind immer im Kontext des rastafarischen Panafrikanismus zu sehen. Es ging Marley auch nicht um die Befreiung der Schwarzen in einem säkularen Sinne, wie ihn etwa Bürgerrechtler wie Martin Luther King meinten. Bob Marley erklärte stets, sich nicht für Politik zu interessieren und sie generell abzulehnen, da sie Teil des Babylon-Systems sei.

Im Herbst 1980 sollte Marley im Rahmen einer Tournee mit der Gruppe The Commodores und Lionel Richie den endgültigen Durchbruch in den USA schaffen. Nach einer Fußverletzung, die sich der leidenschaftliche Fußballfan im Jahre 1977 angeblich beim Spielen zuzog und aufgrund seiner Rastafari-Ideologie unbehandelt ließ, verschlechterte sich sein körperlicher Zustand. Später wurde bei ihm ein metastasierendes Melanom (schwarzer Hautkrebs) diagnostiziert. Nach den ersten USA-Konzerten im September 1980 in Boston, Providence und im Madison Square Garden brach er beim Joggen im Central Park in New York zusammen; ein Tumorbefall der Leber, der Lunge und des Gehirns wurden festgestellt. Sein letztes Konzert fand im Benedum Center im Stanley Theater in Pittsburgh, Pennsylvania, am 23. September 1980 statt.

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