In seiner Jugend wurde Bowie vor allem durch seinen Bruder Terry kulturell geprägt, der ihn mit Rock ’n’ Roll, den US-amerikanischen Beat-Poeten und Jazz bekannt machte. Terry nahm den 13-Jährigen mit zu Konzerten im Londoner Unterhaltungsviertel Soho. 1964 nahm er seine erste Single Liza Jane auf, die jedoch keinen Erfolg hatte. Über die 1960er Jahre sammelte er Erfahrungen als Sänger und Musiker in verschiedenen Bands wie den Manish Boys oder den Lower Third, denen allen kein Erfolg beschieden war. 1967 arbeitete er mit dem britischen Pantomimen Lindsay Kemp zusammen, dessen Einfluss sich in den folgenden Jahren in Bowies Bühnenshows zeigen sollte. Der damals noch eher schüchtern wirkende Musiker begann durch diese Erfahrungen sehr vielseitige Ausdrucksweisen zu entwickeln, welche im Verlauf seiner weiteren Karriere in verschiedenen Images und Outfits kulminierten, z. B. in den Figuren Major Tom, dem Außerirdischen Ziggy Stardust, Aladdin Sane, dem Thin White Duke (Album Station to Station) oder Nathan Adler (Album 1. Outside).

 


Anfang 1969 wurde ein halbstündiger Promotion-Film mit dem Titel Love You Till Tuesday gedreht. Dabei wurden einige Lieder des ersten Albums und einige neue Kompositionen in Szene gesetzt. Eine dieser Neukompositionen, die als letztes ins Set aufgenommen wurde, war die Weltraumballade Space Oddity. Bowie wurde dazu vom Stanley-Kubrick-Film 2001: Odyssee im Weltraum inspiriert und beschreibt darin den Start der Rakete des fiktiven Astronauten Major Tom, dessen Gefühle alleine im Weltall und die Kommunikation mit der Bodenstation, die am Ende des Liedes plötzlich abbricht. 10 Jahre später im Lied Ashes To Ashes entlarvt Bowie Major Tom als Junkie, was den Weltraum-Trip und die Gefühle in Major Tom als Drogentrip und Halluzinationen eines Drogensüchtigen erscheinen lässt.

 

Im November 1969 erschien das zweite Album – in den USA mit dem Titel Man of Words, Man of Music und in England verwirrender Weise als David Bowie (auch Titel des ersten Albums). (1972 wurde es von RCA Records unter dem Titel Space Oddity und neuem Cover wiederveröffentlicht.) Das Album enthält eine Neuaufnahme von Space Oddity, die auch als Single veröffentlicht wird und Bowies erster echter kommerzieller Erfolg wird. Es erreichte in Großbritannien Platz sechs der Verkaufscharts und hielt sich vier Wochen in den Top-Ten (bei einer erneuten Veröffentlichung erreichte der Titel 1975 sogar den ersten Platz).

 

Das von Gus Dudgeon produzierte Lied fiel mit seinem Novelty Song-Charakter aus dem Gesamtalbum heraus. Dies war insgesamt von Folk-Musik und Bowies Stimme und seiner 12-saitigen Gitarre bestimmte und bis auf den Titelsong von Visconti produziert. Es wurde bis auf die Single kein kommerzieller Erfolg.

 

Anfang 1970 nahm Bowie zusammen mit Marc Bolan zwei neue Songs auf: The Prettiest Star (erschien auch als Single) und London By Ta Ta. Im Mai erschien eine Neuaufnahme von Memory of a Free Festival (ursprünglich auf dem zweiten Album erschienen) als Single. Obwohl diese Single ebenfalls erfolglos blieb, ist sie historisch interessant, da hier zum ersten Mal der Gitarrist Mick Ronson auf einer Studioaufnahme zu hören ist. Bis 1973 blieb er Bowies musikalischer Begleiter. Bowie, Ronson, Visconti (am Bass) und John Cambridge (am Schlagzeug) traten ab Anfang 1970 kurzzeitig unter dem Bandnamen „The Hype“ auf. Mit dieser Band probierte Bowie ein neues Bühnenkonzept, indem sie mit Kostümen arbeiteten und Mittel des Theaters einbauten. So verkleidete sich Bowie als „Rainbow Man“, Visconti als „Hype Man“, Ronson als „Gangsterman“ und Cambridge als „Pirate Man“.



1971 erschien eine weitere erfolglose Single (Holy Holy) und Bowies drittes Album mit dem Titel The Man Who Sold the World, welches wiederum von Visconti produziert wurde. Musikalisch lehnte es sich an das an, was man damals unter Hard Rock verstand und war stark durch Ronsons Gitarrenspiel geprägt. In den Texten bezog sich Bowie auf Science Fiction,Buddhismus und Mystik. Auf dem Cover zeigte sich Bowie in einem Kleid, wodurch er bewusst ein androgynes Image etablierte, das für seine Auftritte in den frühen 1970er Jahren prägend wurde.New Wave-Bewegung von deutschen Bands wie Kraftwerk, Cluster, Can oder Neu!, aber auch von Steve Reich beeinflusst. Von Anfang an waren die Alben als Experiment geplant, bei denen es nicht um Verkaufszahlen gehen sollte, nahe Bowies damaliger Villa, auf. Es wurde in New York gemixt und lieferte mit den Singles Boys Keep Swinging und DJ kleinere Erfolge in den Charts, besonders in England.

 

Mit Hunky Dory folgte 1971 ein weiteres Album. Als Keyboarder war hier Rick Wakeman, der später mit Yes bekannt wurde, zu hören. Zudem spielten alle Mitglieder der kommenden Begleitband von Ziggy Stardust „The Spiders from Mars“ mit: Mick Ronson (Gitarre), Mick (Woody) Woodmansey (Schlagzeug) und Trevor Bolder (Bass). Es war Bowies Debütalbum für die Plattenfirma RCA Records, an die ihn sein neuer Manager Tony DeFries vermittelt hatte. Es enthält unter anderem einen der bis heute bekanntesten Bowie-Songs, Changes, und die Ballade Life on Mars?, nach der 2006 eine Fernsehserie benannt wurde. Auch Bowies Beschäftigung mit der aktuellen Musik- und Kunstszene der USA schlug sich auf diesem Album in Referenzen an Bob Dylan, The Velvet Underground und Andy Warhol nieder. Nach eigener Aussage erhielt Bowie für dieses Album zum ersten mal breitere künstlerische Anerkennung, mit den nächsten Alben wurde er jedenfalls zur Ikone des Glam Rock.

 

1972 gelang Bowie der kommerzielle Durchbruch: Mit dem Album The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars und der anschließenden Welttournee, die bis in das Jahr 1973 dauerte, wurde er weltweit bekannt. Ein Grund dafür war die „Erfindung“ seines Aufsehen erregenden Alter Egos Ziggy Stardust, dessen Aufstieg und Fall in einer dem Untergang geweihten Welt erzählt wird. Ein weiterer Grund war seine theatralische Bühnenshow mit ihren provozierenden homoerotischen Momenten. Dieses damals skandalöse Spiel mit der Homosexualität feuerte Bowie zusätzlich an, indem er sich in einem Interview als „schwul“ outete, obwohl er nicht nur seit zwei Jahren mit Angela Barnett verheiratet war, sondern auch der gemeinsame Sohn Duncan Zowie Hayword Jones, den Bowie später alleine erzog, bald ein Jahr alt wurde.

Ende 1972 konnte Bowie mit The Jean Genie seinen ersten Nummer-eins-Hit in seinem Heimatland verzeichnen. Bei seinem Album Aladdin Sane arbeitete erstmals der Pianist Mike Garson mit, der Bowie bis heute begleitet. Für das Album trafen in England über 100.000 Vorbestellungen ein, eine Zahl die bis dahin nur die Beatles erreicht hatten. Was Presse und Fans dann gleichermaßen schockierte, war, dass Bowie am 3. Juli 1973 in London Ziggy Stardust im letzten Konzert seiner Welttournee sterben ließ, bevor er letztmalig mit seiner Band, den Spiders from Mars, Rock'n'Roll Suicide intonierte.



In dieser Zeit wirkte Bowie auch als Produzent und Förderer anderer Musiker, so produzierte er unter anderem Lou Reeds zweites Soloalbum (Transformer, 1972, bekanntestes Lied Walk on the Wild Side), schrieb für die Band Mott the Hoople einen kommerziell erfolgreichen Song (All the Young Dudes, 1972) und produzierte deren gleichnamiges Album wie auch ein Iggy-Pop-/The-Stooges-Album (Raw Power, 1973). 1973 nahm Bowie zudem das Album Pin Ups auf, das nur Coverversionen aus den 60ern enthält. Das Konzeptalbum Diamond Dogs (1974), das in weiten Teilen auf George Orwells Dystopie 1984 basierte, nahm Bowie ohne seine bisherige Begleitband „The Spiders from Mars“ und seinen langjährigen Wegbegleiter, den Lead-Gitarristen Mick Ronson, auf. Bowie zerstritt sich während der US-Tournee mit seinem Manager Defries und blieb auf einem Schuldenberg sitzen.

Beeinflusst durch seinen Umzug nach New York entstand 1975 das Album Young Americans, ein musikalischer Neuanfang, in dem sich Bowie mit der Musik befasste, die ihn als jungen Mann prägte, nämlich Rhythm and Blues und Soul, er selbst nannte seine Musik ironisch „Plasticsoul“. Bowies Auftritte wurden zu dieser Zeit im Maßanzug abgehalten, ein weiterer Imagewechsel des Künstlers. Auf dem Album enthalten ist Bowies erster Nummer-eins-Hit in den USA, Fame. Dieser Song, den Bowie zusammen mit John Lennon in einer Session in den „Electric Lady Studios“ in New York aufnahm, war ursprünglich gar nicht zur Veröffentlichung vorgesehen. Nach dem Album übernahm David Bowie die Hauptrolle in dem Science-Fiction-Film The Man Who Fell to Earth von Nicolas Roeg. Danach wurde in Los Angeles das Album Station to Station produziert, welches Anfang 1976 erschien. Als hätte Bowie den New Wave vorausgeahnt, führte er, inspiriert durch deutsche Bands wie Kraftwerk, die großstädtische industrielle Kälte in seine Musik ein.

 

David Bowie, der nach dem Erfolg des Ziggy-Stardust-Albums zunehmend an Depressionen litt, geriet in jenen Jahren zunehmend mit Kokain in Kontakt, das in dieser Zeit besonders in den USA eine unter Künstlern beliebte Modedroge war. Er gibt an, dieses in Kombination mit Amphetaminen eingenommen zu haben. Nach der „White-Light Tour“ 1976 zog der Musiker aus Los Angeles zurück nach Europa – einerseits wollte er die USA aus Steuergründen verlassen, andererseits von seinem starken Kokainkonsum loskommen. Er ging zunächst in die Schweiz und dann nach den Aufnahmen für das Album Low in Frankreich nach Berlin. Von 1976 bis 1978 wohnte Bowie in West-Berlin (Schöneberg) in einer Zweizimmer-Altbauwohnung. In späteren Interviews, unter anderen bei einer Reportage des deutsch-französischen Fernsehsender ARTE, bezeichnete er West-Berlin auch als damalige „Welthauptstadt des Heroins“. In den Berliner Hansa-Studios wurde das mit Brian Eno und Tony Visconti eingespielte Album Low aufgenommen, das den ersten Teil der sogenannten Berlin-Trilogie darstellt.



Wenige Monate nach Low entstand ebenfalls in Berlin das Album Heroes, dessen Titelstück, eines der bekanntesten Lieder Bowies, mehrsprachig in Französisch/Englisch und Deutsch/Englisch aufgenommen wurde. Der Text des Liedes handelt von zwei Liebenden, die sich im Kalten Krieg an der Berliner Mauer wiederfinden. Mit Iggy Pop, der mit Bowie nach Berlin kam und im selben Haus eine Nachbarwohnung bezog, nahm Bowie in Berlin ebenfalls die Alben The Idiot und Lust For Life auf, deren Musik größtenteils von ihm geschrieben wurde, und ging als Keyboarder mit Iggy Pop auf Tournee. In den Jahren in Berlin drehte er außerdem den Film Just a Gigolo, ein eher unbekanntes Werk der Filmgeschichte, jedoch der letzte Film von Marlene Dietrich.

 

1978 ging Bowie wieder auf Tournee und nahm unter anderem das Kindermärchen Peter und der Wolf mit dem Philadelphia Orchestra auf. Im selben Jahr wurde das Live-Album Stage veröffentlicht, und Bowie zog in die Schweiz. Bowie und ">Eno nahmen 1979 ihr drittes sogenanntes Berliner Album LodgerMontreux im Mountain Studio in

Das neue Jahrzehnt begann für David Bowie nach der Scheidung von Angela Barnett und dem alleinigen Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn mit seinem Broadway-Debüt in dem Stück The Elephant Man, in dem er als Schauspieler von Kritikern gelobt wurde. 1980 hatte Bowie mit dem Album Scary Monsters und dessen Singleauskopplungen Ashes to Ashes und Fashion Erfolge, dem bis 2002 letzten von Tony Visconti produzierten Album. 1981 war er in einem Cameo-Auftritt in dem Film Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo bei einem Konzert in der Deutschlandhalle zu sehen. Der Soundtrack besteht ausschließlich aus Liedern von David Bowie, einschließlich des Titelsongs Heroes. Mit Queen nahm Bowie 1981 den Song Under Pressure auf. Der Song entstand in einer sechsstündigen Session und wurde Nr. 1 in Großbritannien. 1982 spielte Bowie neben Catherine Deneuve und Susan Sarandon in dem Film Begierde von Tony Scott mit und es erschien das zweite Best-of-Album ChangesTwoBowie.

 

 

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