Dire Straits waren eine britische Rockband, die von Mark Knopfler und seinem jüngeren Bruder David Knopfler sowie John Illsley und Pick Withers gegründet wurde und in den Jahren 1977 bis 1995 aktiv waren. Dire Straits haben mit ihrem Songwriter Mark Knopfler insgesamt 120 Millionen Alben verkauft und zählen damit zu den erfolgreichsten Bands der letzten Jahrzehnte.

Konzert in Hamburg 1982 - CCH

1977–1983: Sultans Of Swing

Die Gruppe wurde 1977 von Mark Knopfler, seinem Bruder David Knopfler, John Illsley und Pick Withers gegründet. Der Bandname bedeutet so viel wie „große Pleite“ oder „ernste Notlage“ und spielt auf die finanzielle Situation der Mitglieder in der Anfangszeit der Gruppe an.

 

1977 schickten Dire Straits eine Demo-Kassette zum Sender BBC. Die Aufnahmen wurden oft im Radio gespielt, so dass Plattenfirmen auf die Band aufmerksam wurden. Die Dire Straits bekamen einen Plattenvertrag und das Management übernahm Ed Bicknell, der Mark Knopfler bis 2000 auch auf seinen Solo-Pfaden begleitete. Ihr Debütalbum „Dire Straits“ wurde zu Beginn in Großbritannien kaum beachtet, da es auf dem Höhepunkt der Punk-Welle zunächst unterging. In den Niederlanden, in Deutschland und später auch in den USA entwickelte sich das Album allerdings zu einem Erfolg. Das Album und die daraus ausgekoppelten Singles Down To The Waterline und besonders Sultans Of Swing stellten Mark Knopfler als Sänger, Komponisten und vor allem als Gitarristen in den Mittelpunkt.

 

Nach dem zweiten Album „Communiqué“ (1978), mit Songs wie Once Upon A Time In The West oder Portobello Belle, kam dann 1980 mit dem dritten Album „Making Movies“ der Durchbruch. Während der Aufnahmen zu diesem Album verließ Gitarrist David Knopfler die Band, weil er der dominanten Rolle seines Bruders zunehmend ablehnend gegenüberstand und sich musikalisch eingeengt fühlte. Er wollte in der Gruppe auch eigene Beiträge einbringen, fand damit aber bei den Dire Straits kein Gehör.

 

David Knopfler wurde schließlich durch den Amerikaner Hal Lindes ersetzt. Ebenso wurde für die darauffolgende Tournee der Keyboarder Alan Clark, welcher wie Knopfler aus Newcastle upon Tyne stammt, als festes Mitglied in die Band geholt. „Making Movies“ entwickelte sich zum Dauerbrenner. Fans erlebten die sorgfältige Produktion des Albums als besonderen Hörgenuss unter Kopfhörern. Die Single Romeo And Juliet erreichte 1981 Platz 8 der britischen Hitparade.

 

Eine weitere Steigerung der Plattenverkäufe erzielten die Dire Straits 1982 mit dem Album „Love over Gold“ und der Single Private Investigations. Nach den Aufnahmen von „Love Over Gold“ verließ Schlagzeuger Pick Withers die Band und wurde durch den Rock'n'Roll-Drummer Terry Williams ersetzt. Das Live-Album „Alchemy“, aufgenommen im Juli 1983 im Hammersmith Odeon in London, festigte den Status der Straits als Live-Band.

 

1985–1993: So Far Away

Nach einer Pause erschien 1985 das Album Brothers in Arms, das die Band auf der Insel Montserrat aufgenommen hatte. Es war eines der ersten Alben einer schon international erfolgreichen Band, welches bereits digital produziert wurde und somit zum Durchbruch der Compact Disc (CD) und zur Ablösung der Vinyl-Schallplatte beitrug. Während der Aufnahmen stieß der zweite Keyboarder Guy Fletcher dazu. Passend zum neuen Medium CD erschien die Platte in zwei Fassungen (die CD ist gute zehn Minuten länger als die LP). Philips und Sony legten sogar einige Monate lang beim Kauf eines CD-Players eine Brothers in Arms-CD bei.

 

Die Singles So Far Away, Money For Nothing, Walk Of Life und das Titellied sicherten der Band bis Ende 1986 millionenfache Albumverkäufe und Top-10-Singleerfolge. Im Juli 1985 waren Dire Straits auch beim Live-Aid-Konzert im Londoner Wembley-Stadion mit Money For Nothing (mit Sting) und Sultans Of Swing zu hören. Nach einer ausgedehnten Tour, wo sie Verstärkung durch Saxophonist Chris White erhielten, verschwand die Band von der Bildfläche. Mitte 1987 meldete das britische Musikmagazin NME, Dire Straits hätten sich aufgelöst – unwidersprochen.

 

Im Juni 1988 meldete sich die Band anlässlich des 70. Geburtstages von Nelson Mandela zurück. Als Hauptgruppe spielten sie etwa 45 Minuten – zusammen mit dem populären Gastgitarristen Eric Clapton (Walk Of Life/Sultans Of Swing/Romeo And Juliet/Money For Nothing/Brothers In Arms/Wonderful Tonight/Solid Rock).

 

1990 nahmen Knopfler, Illsley, Fletcher und Clark gemeinsam mit Studiomusikern ihr sechstes und letztes Studioalbum auf: „On Every Street“. Die Singles Calling Elvis und Heavy Fuel waren im Vergleich zu den früheren weniger erfolgreich, das Album war dennoch ein kommerzieller Erfolg. Die folgende letzte Welttournee, mit der Besetzung Knopfler, Illsley, Fletcher, Clark, erweitert durch Saxophonist Chris White, Zweitgitarrist Phil Palmer, Schlagzeuger Chris Whitten, Perkussionist Danny Cummings und dem Pedal-Steel-Gitarristen Paul Franklin, dauerte 14 Monate und bestand aus etwa 300 Konzerten. Im Oktober 1992 mischte Knopfler das Livealbum (CD & DVD) „On The Night“ aus zwei Konzerten in Frankreich und den Niederlanden. Danach fand sich die Band, obwohl nie offiziell aufgelöst, nicht wieder zusammen.

Mark Knopfler widmete sich seiner Solo-Karriere mit Musikern aus der Nashville-Szene und seinem Musikerkollegen Guy Fletcher.

Auflösung und Wiedervereinigungen

1995 hatte Mark Knopfler den Wunsch geäußert, nicht mehr weltweit auf Tournee zu gehen, was letztendlich zur Trennung führte.

Am 19. Juni 1999 traten Mark Knopfler, John Illsley, Alan Clark and Guy Fletcher, verstärkt durch Ed Bicknell am Schlagzeug, noch ein letztes Mal als Band an John Illsleys Hochzeit auf.


 

Seit der inoffiziellen Trennung hat Mark Knopfler kein Interesse daran geäußert, die Band wieder zusammenzuführen, obwohl Guy Fletcher an fast allen von Knopflers Solo-Werken beteiligt ist. 2007 sagte Knopfler, dass er den weltweiten Ruhm auf dem Höhepunkt der Dire Straits nicht vermisse ("Es wurde einfach zu viel").

Im Oktober 2008 sagte John Illsley dem englischen Sender BBC, dass er an einer Wiedervereinigungstour mit Dire Straits interessiert sei. Gleichzeitig erwähnte er jedoch auch, dass Mark Knopfler momentan kein Interesse daran haben würde, weil dieser als Solo-Künstler großen Erfolg hat. Knopfler lehnte eine entsprechende Anfrage von Illsley ab.

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