Für die Aufnahmen zu ihrer dritten Platte On the Border verstärkten sich die Eagles mit Don Felder, der zuvor bei Flow gespielt hatte. Als neuer Produzent ersetzte Bill Szymczyk Glyn Johns. Diese beiden Änderungen animierten die Eagles zu einem „volleren, weniger raubeinigen Klang und einer erregenden Frische bei den Gitarrensoli“ (Melody Maker). „Weiche Gitarrentöne und wunderschöne Vokalpassagen“ (Musikmagazin Sounds) brachten die nicht allzu erfolgreichen Singles Already Gone (US-Charts #32) und James Dean (#77) mit sich, zwei bodenständige Rocksongs. Die Band unterstützte ihre Plattenumsätze mit ständigen Tourneeverpflichtungen, so dass On the Border schließlich die Millionengrenze überschritt. Mit der dritten Auskopplung aus diesem Album gelang den Eagles der Durchbruch: The Best of My Love erreichte den ersten Platz in der amerikanischen Hitparade und wurde für einen Grammy Award nominiert.

 

 

Im Zuge dieser Erfolgswelle ging die Band 1975 bereits wieder ins Studio, um das Album One of These Nights zu produzieren. Die Platte stürmte die Charts in der ganzen Welt und lieferte mit dem Titelsong (US-Charts #1), Lyin’ Eyes (US-Charts #2) und Take It to the Limit (US-Charts #4) erfolgreiche Stücke. So war es nicht verwunderlich, dass die Eagles anschließend auf ihrer ersten internationalen Tournee in ausverkauften Hallen spielten. Für Lyin’ Eyes erhielten sie einen Grammy.

Anfang 1976 kam das Album Eagles: Their Greatest Hits 1971–1975 heraus, das die größten Hits der Band bis in die Mitte der siebziger Jahre beinhaltet und heute mit 29 Millionen Exemplaren noch vor Michael Jacksons Thriller (27 Mio.) das bestverkaufte Album in den USA ist.

Bernie Leadon erklärte 1976 den Austritt aus der Band, weil er unter Reisestress litt. Er arbeitete danach als Studiomusiker und gründete 1977 mit Michael Georgiades die Bernie Leadon-Michael Georgiades Band. Leadon wurde von Joe Walsh ersetzt.

 

 

Hotel California, das Album aus dem Jahr 1976, zeigte, dass Walsh sich bestens in das Ensemble eingegliedert hatte. Klare Melodieführung und einigermaßen sanfte Gitarrenakzente, versetzt mit einigen rockigeren Tönen, ergaben auch diesmal ein harmonisches Klangbild. 107 Wochen hielt sich das Album in den amerikanischen Hitlisten, bis heute wurde es millionenfach verkauft. Sounds meinte: „Scharfe Ecken und Kanten gibt es in der Musik der Eagles keine, alles kommt rund und vollklingend daher, bisweilen seicht, bisweilen aufwändig, aber immer schön“.

Und obwohl die Eagles mit dem Titelsong Hotel California den Verdruss an der Überflussgesellschaft ihres Sonnenstaates Kalifornien ziemlich unverblümt zum Ausdruck gebracht hatten, galten sie nach eigenem Eingeständnis immer mehr als die „Verkörperung dessen, was die Leute an Kalifornien hassen“, wie Glenn Frey bemerkte.

Die nun folgende dreijährige Pause bis zum nächsten Album überbrückten die „vollendeten Repräsentanten des Amerikas der siebziger Jahre“ (Musik Express) mit einer Welttournee sowie diversen Studioeinladungen von Kollegen. 1977 entschloss sich Randy Meisner, die Gruppe zu verlassen. Danach veröffentlichte er einige Soloalben. Als Nachfolger empfahl sich Timothy B. Schmit, langjähriger Bassist und Sänger bei Poco – bereits dort war er Meisners Nachfolger gewesen.

 

 

1978 veröffentlichten die Eagles eine Weihnachtssingle namens Please Come Home for Christmas, die in den US-Charts Platz 18 belegte. Rund eine Million Dollar kostete 1979 die Produktion von The Long Run, dem vorerst letzten Studiowerk der Eagles, die dafür noch einmal mehrfach Platin bekamen und das sich einige Woche auf Platz 1 der US-Hitlisten hielt. Das Album enthielt drei Top-Ten-Singles, das rockige Heartache Tonight, die Ballade I Can't Tell You Why und den Titelsong. Der Melody Maker empfahl das Album als „Platte des Jahres“, die Zeitschrift Hörzu fand es „überflüssig“.

Noch einmal wurden großangelegte Tourneen organisiert und mit mächtigem Technikaufwand bewältigt. So beherrschte denn auch „sonnenklare Perfektion bis zum Exzess“ (Musik Express) das Live-Vermächtnis der Eagles, ein Doppelalbum, das Anfang 1980 im Santa Monica Civic Auditorium und in der Long Beach Arena mitgeschnitten wurde. Auch dieses Album war international erfolgreich.

 

 

1981 erklärten die Eagles offiziell das Ende ihrer Zusammenarbeit. Noch ein letztes Mal war die Band in den Hitparaden ganz oben anzutreffen. Denn Asylum, die Plattenfirma, bei der alle Eagles-Alben erschienen sind, veröffentlichte nach deren Auflösung noch Greatest Hits, Volume 2. Henley und Frey waren letztendlich so zerstritten, dass die Aussage die Runde machte, die Eagles würden erst wieder zusammenspielen, „wenn die Hölle zufriert“ - Hell Freezes Over war dann auch der Titel des Albums, mit dem sie 1994 wieder zusammenkamen.

Angeregt von einem einmaligen Benefiz-Auftritt im Februar 1994 in Aspen beschlossen die Eagles - in der gleichen Besetzung, die sich 1981 getrennt hatte - eine Wiedervereinigung für ein MTV-Konzert, das den Titel Hell Freezes Over trug und zu dem auch ein gleichnamiges Album erschien. Das MTV-Konzert leitete Frey mit den Worten ein: „For the records: We never broke up, we just had a fourteen-year-vacation“ („Für das Protokoll: Wir haben uns nie getrennt, wir hatten nur 14 Jahre lang Urlaub“).

Die Besetzung bestand aus Glenn Frey, Don Henley, Don Felder, Joe Walsh, Timothy B. Schmit und den im Abspann des Videos als "zusätzliche Musiker" aufgeführten John Corey, Timothy Drury und Scott Crago. Darauf folgten verschiedene Tourneen, dreimal auch durch Europa. Dabei schied Don Felder, Gitarrist und Mit-Komponist des größten Hits Hotel California im Streit aus der Gruppe. Seither besteht die Band nur noch aus vier Mitgliedern.

 

 

1998 wurden die Eagles in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Im Juni 2005 erschien eine Doppel-DVD bei Warner Music Vision mit dem im November des Vorjahres aufgezeichneten Konzert in Melbourne "Farewell I Tour"; es dauert ca. zweieinhalb Stunden und enthält 30 ihrer größten Hits und 2 neue Songs.

Am 30. Oktober 2007 erschien in den USA das Album Long Road Out Of Eden. Über die Aufnahmen zum ersten Studioalbum der Eagles nach 28 Jahren sagte Don Henley in einem Interview: „In ein paar Wochen werden wir das neue Album veröffentlichen, wenn wir uns bis dahin nicht gegenseitig umgebracht haben!“ [3]

Das Doppelalbum enthält 20 Songs; die erste CD langsamere, die zweite rockigere, schnellere Titel. Einige der Stücke wurden wie schon früher von Don Henley und Glenn Frey geschrieben, andere von prominenten Schreibern wie Jack Tempchin, Larry John McNally oder J.D. Souther. Auch Joe Walsh, Timothy B. Schmit und der Gastmusiker Steuart Smith waren als Songwriter tätig. Die Texte setzen sich kritisch mit der politischen Lage der Welt sowie der Klimaerwärmung und der Umweltzerstörung auseinander. Das Album wurde von den Eagles selbst produziert, sie wurden dabei von Co-Produzenten wie Bill Szymczyk unterstützt, der schon Produzent früherer Eagles-Alben war und mit Joe Walsh bereits bei der Produktion von Alben für die James Gang zusammengearbeitet hatte.

 

 

Die erste ausgekoppelte Single How Long ist ein Song, den J.D. Souther 1972 geschrieben und auf der gleichnamigen Langspielplatte veröffentlicht hatte. Der Song wurde bei den Grammy Awards 2008 für „Best Country Performance by a Duo or Group“ ausgezeichnet. Die im Januar 2008 ausgekoppelte Single Busy Being Fabulous konnte sich sowohl in den amerikanischen Country- wie auch Popcharts platzieren und ist auch im deutschen Adult-Contemporary-Radio häufig zu hören. Das Album wurde 2009 für drei Grammys nominiert; der Song I Dreamed There Was No War wurde mit einem Grammy als „Best Pop Instrumental Performance“ ausgezeichnet.

 

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