Grateful Dead (englisch für Dankbare Tote) war eine 1965 gegründete US-amerikanische Rockband aus San Francisco um den Frontmann Jerry Garcia, die eine wichtige Rolle in der US-amerikanischen Musikszene und Gegenkultur einnahm.

Bekannt wurde Grateful Dead als eine der ersten Bands des Psychedelic Rocks und als Jamband mit annähernd 3000 Konzerten. Zudem war Grateful Dead eine der ersten Bands, die das Mitschneiden von Konzerten erlaubten (aber nicht den Handel mit den Mitschnitten). Der Schwerpunkt ihrer späteren Musik lag beim Country- und Folk-Rock, die sie mit anderen Musikgenres kombinierten.

Ständige Mitglieder der Band waren Jerry Garcia, Bob Weir, Phil Lesh und Bill Kreutzmann. Insbesondere die Position des Keyboarders war unbeständig und wurde in der dreißigjährigen Bandgeschichte von sechs verschiedenen Musikern besetzt. Auch nach dem Tod des Bandleaders García war die Band unter den Namen The Other Ones und später The Dead noch einige Jahre aktiv. Die ehemaligen Mitglieder sind in unterschiedlichem Umfang noch musikalisch aktiv.

Die Ursprünge von Grateful Dead liegen in der Band Zodiac, die Jerry Garcia 1963 zusammen mit dem Gitarristen Bob Weir, dem Perkussionskünstler und Keyboarder Ron „Pigpen“ McKernan und dem Drummer Bill Kreutzmann gründete.[1] Schon zwei Jahre zuvor spielte García Gitarre und Banjo auf Folk- und Bluegrassfestivals, arbeitete seit 1960 mit dem späteren Songwriter der Band Robert Hunter zusammen und lernte in dieser Zeit die übrigen Bandmitglieder kennen, die ebenfalls bereits Erfahrungen mit eigenen Projekten gesammelt hatten. Aus persönlichen Gründen und aufgrund von schwerwiegenden Drogenproblemen wurde Hunter kein Mitglied bei Zodiac.

Zodiac ging 1964 in der Band Mother McCree’s Uptown Jug Champions auf allerdings ohne den Schlagzeuger Kreutzmann. Neben dem übrigen Trio García, Weir und McKernan spielten weitere Musiker in der Band, von denen sich nur David Nelson in der Musikszene etablieren konnte. Doch auch die Formation von Mother McCree’s Uptown Jug Champions war nicht von Dauer und wurde im April 1965 in Warlocks umbenannt, in der auch wieder Kreutzmann spielte.[5] Im Juni 1965 trat der Bassist Phil Lesh bei und der vorherige Bassist Dana Morgan Jr. verließ die Band.
Kreuzung Haight und Ashbury

Einen Monat später wurde der Schriftsteller Ken Kesey auf die Formation aufmerksam und buchte sie als Houseband für die Acid-Tests in einer Kommune, deren Mitglieder später Merry Pranksters genannt wurden. Diese Acid Tests waren Happenings, bei denen die damals legale Droge LSD verteilt wurde. Im Dezember 1965 nannten sich die Warlocks erneut um, nachdem Lesh festgestellt hatte, dass es schon eine kommerzielle Band mit diesem Namen gab.

Laut García war die Auswahl des neuen Bandnamens Grateful Dead ein Zufall, da viele andere Namen zur Auswahl standen. Er schlug die Encyclopædia Britannica auf und las den Begriff dort.[7] Der Begriff „Grateful Dead“ taucht in verschiedenen Kulturen auf und wird in Schriften wie dem Tibetischen Totenbuch oder im Buch Tobit verwendet.

Die Band siedelte in San Franciscos Stadtviertel Haight-Ashbury, das bis heute als Anziehungspunkt der Hippie- und Gegenkultur gilt. Zu dieser Zeit traf die Band auf den LSD-Produzenten Owsley Stanley, der sie finanzierte und ihr Tontechniker wurde. Dank seines Geldes konnte die Band ein eigenes Haus beziehen, sich Instrumente kaufen und auf freien Konzerten auftreten beziehungsweise diese stattfinden lassen, wodurch sie eine große Fangemeinde in San Francisco gewann.[2] Als letztes Bandmitglied stieß der zweite Drummer Mickey Hart zur Band, dessen Vater Lenny Hart, früher ebenfalls Musiker, zeitweise Manager der Band war. Während dieser Zeit spielten die Bandmitglieder auch bei anderen Bands im Studio mit, darunter bei Jefferson Airplane und Crosby, Stills, Nash & Young, bei denen García das Pedal-Steel-Gitarren-Intro ihres Hits Teach Your Children spielte. Zudem gehörten García, Hart und Lesh neben David Nelson und John Dawson zu den Gründern von New Riders Of The Purple Sage, wo sie bis 1970 Mitglied waren, bevor sie sich verstärkt Grateful Dead und anderen Projekten widmeten.

Infolge der Konzerte wurde MGM auf die Band aufmerksam und nahm sie 1966 für Demoaufnahmen unter Vertrag. Da die Band jedoch keine Studioerfahrung besaß, verliefen die Aufnahmen nicht zufriedenstellend, und sie wurde kurze Zeit später wieder entlassen. Doch auch ohne Plattenvertrag spielte Grateful Dead weiter auf Konzerten und Festivals, bis sie von Warner Bros. Records ebenfalls 1966 unter Vertrag genommen wurden. 1967 erschien das Debütalbum The Grateful Dead, mit dem die Band jedoch nicht zufrieden war. Zu dieser Zeit kreierte die Band das Pseudonym „McGannahan Skyjellyfetti“, in Anlehnung an einen Charakter in Kenneth Patchens Werk Memoirs of a Shy Pornographer, um gemeinsam geschriebene Lieder zu kennzeichnen. Dan Healy kam als weiterer Tontechniker zur Band. Sowohl Stanley als auch er verließen die Band aus verschiedenen Gründen mehrmals und kehrten zurück. Beide traten auch als Produzenten von Alben auf.

Zu den weiteren Höhepunkten des Jahres gehörte die Teilnahme am Monterey Pop Festival im Juni 1967, durch die die Band noch bekannter wurde. Für die nächsten Alben trat Tom Constanten 1968 als zweiter Keyboarder neben McKernan und als Pianist der Band bei. Bis 1969 veröffentlichte die Band mit Anthem of the Sun und Aoxomoxoa zwei weitere Alben, wobei letzteres mit 180.000 US-Dollar Produktionskosten das bis dahin teuerste Album von Warner Bros. Records war. Auch war es das erste Album, bei dem Robert Hunter als festes Mitglied mitarbeitete.

Im Oktober 1968 verließen Weir und Pigpen die Band kurzzeitig. Sie sprachen sich gegen Proben aus und erschienen öfter nicht, bis García ihnen über Bandmanager Rock Scully ihren Hinauswurf mitteilen ließ. Die übrigen Bandmitglieder spielten zunächst bei ihren eigenen Projekten wie Mickey and the Heartbeats und Jerry García and Friends, bevor zuerst Weir und nach drei Shows auch Pigpen wieder zur Band stießen.

Das Jahr 1969 verlief äußerst erfolgreich. Neben zwei Alben spielte die Band beim Woodstock-Festival, wobei García mit dem mehrstündigen Auftritt unzufrieden war. Der Auftritt begann mit St. Stephen und wurde bald von der Band wegen angeblicher Monitorprobleme auf der Bühne unterbrochen. Durch den Regen während des Auftritts erlitt der Rhythmusgitarrist Bob Weir einen Stromschlag von seinem Mikrofon, ein Vorfall der später auch in einem Comicstrip verarbeitet wurde. Da der Auftritt bewusst weder im Woodstock-Film zu sehen noch auf dem Album zu hören ist, war lange Zeit kaum bekannt, dass Grateful Dead überhaupt in Woodstock gespielt hatten, zumal Jerry García im Konzertfilm als Besucher zu sehen ist.[9] Auf dem späteren Woodstock-Bootleg ist jedoch der komplette Grateful-Dead-Auftritt zu hören.

Ein negativer Höhepunkt des Jahres war das Altamont Free Concert von den Rolling Stones u. a. mit den Grateful Dead und Jefferson Airplane. Da die Stones bei einem Konzert im Hyde Park schon gute Erfahrungen mit britischen Hells Angels gemacht hatten, beschlossen sie, für das Konzert die New Yorker Hells Angels für einen Laster voll Bier und Eis zu mieten. Jerry García und Deadmanager Rock Scully versuchten vergeblich, ihnen diese Idee auszureden. Normalerweise hatten Grateful Dead gute Kontakte zu den Hells Angels, da Pigpen mit einem der Ortsvorsteher befreundet war. Wie sich herausstellte, war zum selben Zeitpunkt ein Treffen der verschiedenen Vorsteher der Angels, so dass das Konzert fast nur von Anwärtern der Angels gesichert wurde, die sich zu profilieren versuchten. Mit übermäßiger Brutalität gingen sie gegen Besucher und Musiker vor, selbst zu einem Todesfall kam es, als der Besucher Meredith Hunter von einem Angel niedergestochen wurde. Die Deads verweigerten an diesem Tag den Auftritt. Laut der Version des involvierten Musikjournalisten Stanley Booth war Rock Scully zumindest Mitbefürworter der Hells-Angels-Security-Idee.[11] Musiker und Promoter Bert Kanegson erinnerte sich daran, dass die Grundidee von dem Diggers-Mitbegründer Emmett Grogan stammte.

Jahren wieder, da er als Pianospieler keine Zukunft bei der Vielzahl von Konzerten sah, die von Pigpen am Keyboard dominiert wurden. Auch wurden sie zu dieser Zeit zu einer Tournee namens Festival Express quer durch Kanada mit anderen Größen des Musikgeschäfts eingeladen. Im Januar 1970 wurde Jerry García zusammen mit den anderen Mitgliedern der Band in New Orleans wegen Drogenhandels festgenommen, aber nach wenigen Tagen wieder freigelassen. Der Manager Lenny Hart veruntreute etwa 155.000 US-Dollar und verschwand damit. Auf Grund dessen verließ sein Sohn, der Drummer Mickey Hart, die Band 1971 und kehrte erst 1975 zurück.



In den folgenden Jahren spielte die Band jedes Jahr etwa 100 Konzerte und veröffentlichte regelmäßig Studioalben. 1972 entschloss man sich zu einer größeren Europatournee, die Anlass zum erfolgreichsten Livealbum Europe ’72 wurde. Dies war auch die erste größere Tournee und das erste Album mit dem Ehepaar Keith und Donna Godchaux, die den erkrankten Pigpen entlasten sollten. Dieser starb jedoch im Frühjahr 1973 im Alter von 27 Jahren. Während Pigpen weitgehend Keyboard und Hammond-Orgel gespielt hatte, war Keith Godchaux ein vom Jazz beeinflusster Pianist.

1973 spielten sie mit The Band und der Allman Brothers Band beim Summer Jam at Watkins Glen, das von 600.000 Zuschauern besucht wurde, was für lange Jahre ein Zuhörerrekord blieb. Kurze Zeit später trat auf Anraten von Bob Weir der zweite Songwriter John Perry Barlow bei und war schon beim Album Wake of the Flood festes Mitglied der Band. Dieses wurde das erste Album unter dem eigenen Label Grateful Dead Records, nachdem der Vertrag mit Warner Bros. Records ausgelaufen war.

Nach diversen Konzerten, Shows und der Aufnahme von Grateful Dead from the Mars Hotel nahm sich die Band von Oktober 1974 bis Anfang 1976 eine Auszeit, in der sie nur wenige Konzerte gaben und die einzelnen Mitglieder an Soloprojekten arbeiteten. Sie beendeten die Pause mit dem Album Blues for Allah, bei dem Hart wieder mitwirkte. Zu dieser Zeit spielte die Band vermehrt Folk-Rock und Rockjazz. Mit dem Album Terrapin Station eröffneten sie ihren neuen Plattenvertrag beim Label Arista Records, das auch alle weiteren Studioalben veröffentlichen sollte. 1978 hatten Grateful Dead einen dreitägigen Auftritt an den Pyramiden von Gizeh, der im Oktober 2008 unter dem Namen Rocking the Cradle: Egypt 1978 als Doppelalbum inklusive DVD erschien.

Das Ehepaar Godchaux verließ im Februar 1979 die Band, da es für sich dort keine Zukunft sah; Keith Godchaux starb im Juli des folgenden Jahres 1980 durch einen Autounfall. Brent Mydland stieß als neuer Keyboarder zur Band und spielte wie zuvor Pigpen die Hammond-Orgel und zudem Synthesizer. Diese Besetzung fand dank der TV-Liveübertragung eines mehrstündigen Rockpalast-Konzertes in Essen 1981 europaweit Aufmerksamkeit.

In den 1980er Jahren wurde Grateful Dead immer populärer und spielte in immer größeren Stadien und Hallen, obwohl die Deads zwischen 1980 und 1987 kein einziges Studioalbum veröffentlichten. 1985 erwischte man García im Golden-Gate-Park mit Drogen. Seine Strafe war unter anderem die Aufführung eines Benefizkonzertes. 1986 fiel er ins Koma, erholte sich und führte zeitweise ein etwas gesünderes Leben. 1987 nahm Grateful Dead das Album In the Dark auf. Es wurde neben dem Kompilationsalbum Skeletons from the Closet: The Best of Grateful Dead das kommerziell erfolgreichste Album, und zum ersten Mal in der 22-jährigen Bandgeschichte hatten die Musiker mit Touch of Grey eine Top-Ten-Single. Zu dieser Zeit spielte die Band längst in den größten Stadien der USA, was auch Anlass zu verschiedenen Livealben war.



Von 1990 bis 1992 zählte auch der Pianist Bruce Hornsby zur Formation, er galt jedoch nicht als festes Mitglied. Er ersetzte den langjährigen Keyboarder Brent Mydland, der im Juli 1990 nach Einnahme eines Drogencocktails starb. Hornsby spielte häufig als Special guest bei diversen Shows mit, lehnte aber eine Übernahme in die Band ab, um seine Solokarriere zu verfolgen. Hornsby war nach Tom Constanten und Keith Godchaux der dritte Pianist der Band. Statt Hornsby wurde Vince Welnick verpflichtet. Auch er war 1990 bis 1992 Mitglied der Band, so dass man auf den Konzerten sowohl mit zwei Drummern als auch mit zwei Keyboardern spielte. Noch zu Zeiten Mydlands nahm die Band ihr letztes Studioalbum namens Built to Last auf, so dass Hornsby und Constanten nur auf Livealben zu hören sind. Neben den Livealben begann die Band nun auch, alte Konzertmitschnitte aufzuarbeiten und als sogenannte Vault-Alben bzw. Alben aus der Dick’s-Picks-Serie zu veröffentlichen. Maßgeblich dafür verantwortlich war Dick Latvala, der von 1985 bis zu seinem Tod 1999 offizieller Aufnahmearchivist der Band war.

1994 wurden 12 Mitglieder von Grateful Dead in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Dazu zählen alle Musiker außer Bruce Hornsby sowie Hunter. Hornsby moderierte die Preisverleihung.

Grateful Dead spielte mit den offiziellen, spontanen und inoffiziellen Auftritten um die 3000 Konzerte.

Am 9. Juli 1995 spielten die Deads an der historischen Stätte Soldier Field in Chicago ihr letztes Konzert. Es war zugleich Jerry Garcías letzter Auftritt. Er starb am 9. August 1995 im Alter von 53 Jahren an einem Herzinfarkt. Nachdem die Herbsttour bereits abgesagt worden war, gab die Band am 8. Dezember ihre offizielle Trennung bekannt.

Seit 2003 touren die überlebenden Bandmitglieder in leicht abgewandelter Besetzung als The Dead wieder. Zuvor tourten sie von 1998 bis 2003 unter dem Namen The Other Ones in einer anderen Besetzung.[18] Daneben haben die meisten Bandmitglieder eigene Projekte, darunter Phil Lesh & Friends und Bob Weirs Ratdog.

1997 wurde die Tribut-Band Dark Star Orchestra gegründet, bei denen Grateful-Dead-Mitglieder als Gastmusiker auftraten. Dark Star Orchestra hat sich zum Ziel gesetzt, die Liveshows an originalen Plätzen, mit originalem Equipment und mit den originalen Setlisten zu wiederholen.

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