Konzert am 30.06.1982 im Hamburger Stadtpark

Biografie

Der Sohn eines in Deutschland stationiert gewesenen Zivil-Angestellten der US-Army lebt seit seinem dritten Lebensjahr in Los Angeles. Als Teenager lernte er Gitarre spielen und war Mitglied in mehreren Bands, unter anderem in der Country-Formation Nitty Gritty Dirt Band. In den 1960er Jahren schrieb er seine ersten Songs. Anfang der 1970er Jahre war er einer der bedeutendsten amerikanischen Liedermacher neben Joni Mitchell und James Taylor. Seine bislang größten Erfolge hatte er in den 1970er und den frühen 1980er Jahren, als jedes seiner Alben die amerikanischen Top Ten erreichte.

In den 1990er-Jahren erschienen nur zwei neue Studioalben. Browne engagiert sich seit Ende der 70er Jahre für Umweltthemen. So ist er Mitbegründer der Vereinigung Musicians United For Safe Energy und trat in sogenannten No Nukes-Konzerten auf, die unter anderem gegen die atomare Energiegewinnung eintraten. Musikalische Auftritte fanden in dieser Zeit häufig in Form von Gastauftritten (zum Beispiel bei Bonnie Raitt) und bei diversen Benefizveranstaltungen statt.

Jackson Browne lebt in Culver City in Los Angeles County. Zwischen 2000 und 2002 lebte er vorübergehend im spanischen Barcelona, was in seinem Song The Night Inside Me von 2002 kurz angedeutet wird ("Maybe I should go back to Spain"). Seine über 30-jährige Präsenz im Musikgeschäft, während der er den Folk- und Country-Rock in Amerika beeinflusste, wurde im Frühjahr 2004 mit der Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame gewürdigt. 2007 erfolgte die Aufnahme in die Songwriters Hall of Fame.


Seine Hits

Die Gefolgschaft seiner Anhänger wurde seit seinem Debütalbum Saturate Before Using, das seinen ersten Top-Ten-Hit Doctor, My Eyes und den Folk-Rock-Song Rock Me on the Water enthält, mit jedem Album größer und seine metaphysischen Graffiti (New Musical Express) fanden mehr und mehr Anerkennung. David Crosby von Crosby, Stills, Nash and Young bezeichnete in den 80er-Jahren Browne einmal als den "verdammt besten Songwriter im heutigen Amerika, bei dessen Songs man eine Gänsehaut bekommt". Obwohl Browne es nicht unbedingt darauf anlegte, Hits zu produzieren, hatte er ein paar Chart-Erfolge. Seinen nachhaltigsten Single-Hit hatte er mit dem Song Running on Empty, der später auch im Soundtrack des Kinofilms Forrest Gump gespielt wurde.

Bereits vier Jahre vor diesem US-Hit schrieb er zusammen mit Glenn Frey den ersten Hit der Eagles Take it Easy. Die Textformulierungen dieses Songs sind teilweise in die amerikanische Umgangssprache eingegangen. Weitere Hits, die er zusammen mit Frey und Don Henley für die Eagles schrieb, waren Doolin' Dalton und James Dean. Große Beachtung fand auch seine Cover-Version des Maurice Williams-Hits Stay (Just a Little Bit Longer), der im Original kürzeste US-Nummer 1-Hit aller Zeiten, den er am Ende eines Konzertes für sein Publikum spielte und entsprechend textlich abwandelte. Dieser Song erschien auf seiner LP Running on Empty und ist heute in Deutschland bekannter als das Original der Zodiacs von 1960, nicht zuletzt wegen der begleitenden Falsett-Stimme von David Lindley und einer seit Jahren bestehenden Produktwerbung der Bitburger Brauerei, die diesen Song verwendet

 

 

Mit Somebody's Baby gelang ihm 1982 sein größter Single-Chart-Erfolg in den USA (Platz 7). Der Song wurde im Soundtrack des amerikanischen Kinohits Ich glaub’, ich steh’ im Wald gespielt (Originaltitel: Fast Times at Ridgemont High), mit dem jungen Sean Penn in der Hauptrolle. Dieser Song erschien erst 14 Jahre später auf seinem ersten Best-Of-Album. Mitte der 80er-Jahre, als die US-Fernsehserie Miami Vice die erfolgreichste Krimiserie in den Vereinigten Staaten war, steuerte er zu einer Folge seinen Song Lives in the balance bei, der auch auf einem der Miami-Vice-Sampler veröffentlicht wurde. Einen weiteren Erfolg konnte er 1985 als Duettpartner von Clarence Clemons auf dessen Single You're a Friend of mine verbuchen

 

Die 1970er

Jackson Browne legte von Beginn an Wert auf das stimmige Gesamtkonzept seiner Alben. Von anerkannten Kritikern bekam er für seine Alben durchweg Bestnoten. Die "imponierende Großartigkeit" (Rolling Stone) seiner Alben der 70er-Jahre brachten ihm die führende Position in der Singer-Songwriter-Gilde der USA ein.

Dem Debütalbum Jackson Browne (Saturate Before Using) folgte mit For Everyman das Album mit seiner persönlichen Version des Hits Take it Easy. Der Titelsong des dritten Albums Late for the Sky ist im mehrfach prämierten Kinofilm Taxi Driver zu hören und gehört noch heute auf allen seinen Konzerten zum Pflichtprogramm. Er wird von der Rock And Roll Hall Of Fame zu den 500 Songs gezählt, die den Rock And Roll geprägt haben.

Im Jahr 1976 folgte Brownes nächstes Album The Pretender. Er behandelte darin Themen wie die Ausräumung eines Vater-Sohn-Konflikts, die Suche nach der großen Liebe, und einen "Gaukler" (The Pretender), der über sein Leben sinniert und schließlich feststellt, dass sein Dasein eigentlich nur aus Aufstehen, Arbeiten gehen, um abends dann wieder erschöpft ins Bett zu fallen besteht und der diesen Zustand dringend ändern möchte. "Ich werde mich aufmachen, eine Frau zu finden, die Farbe in meine farblosen Malen-Nach-Zahlen-Träume (paint-by-number dreams) bringt", schildert er seine Sehnsüchte und die seiner Generation in seiner bildhaften Sprache. Das Album wurde im Rowohlt Rocklexikon als eine Meilenstein-LP ihres Jahrganges eingestuft.

1977 erschien Brownes außergewöhnliches Album Running on Empty. Sämtliche Songs wurden auf Tour aufgenommen, teilweise in den Zimmern von Hotels, in denen Browne logierte oder unterwegs im Bus (Nothin' But Time) und auf den Konzerten selbst. Das Album ist eine Mischung aus pianolastigen emotionalen Songs wie Love Needs a Heart und Rosie und Rock'n'Roll-Stücken wie You Love the Thunder und The Road And The Sky. Mit seiner Version des Gary Davis-Song Cocaine und abgewandelten Lyrics konnte er dem traurigen Thema Rauschgift noch eine ironische Seite abgewinnen und schilderte die Gleichgültigkeit, zu der Drogenkonsum führen kann: "You take Sally, I take Sue, there ain't no difference between the two" heißt es am Anfang des Songs, der schließlich mit einer Warnung vor Drogenkonsum mit den Zeilen endet: '"Man sagt, du bist 27 Jahre alt, aber das ist unmöglich! Wenn man Dich ansieht, meint man, Du wärst schon 45". Mit diesem Album stellte er die Schattenseiten des Tournee-Lebens in den Mittelpunkt. In der Konzert-Live-Aufnahme des Songs The Load Out beklagt er sich beim Publikum über den Tournee-Stress und die lange Abwesenheit von zuhause: "Wir würden gerne noch bei Euch bleiben und weiter spielen, aber wir müssen los und die ganze Nacht hindurch zum nächsten Konzert fahren nach Chicago ... oder Detroit? Ich weiß es gar nicht, wir spielen so viele Konzerte während einer Tournee und alle Städte sehen für uns irgendwie gleich aus. Wenn morgen die Sonne aufgeht, werdet ihr in eurer Stadt aufwachen, aber wir werden unserem Tourneeplan folgend tausend Meilen von hier entfernt auftreten." Direkt und übergangslos im Anschluss an The Load-Out endet das Album mit Stay (Just a Little Bit Longer). Im CD-Inlay würdigt er die Zodiacs in Anspielung an die Originaltextzeile Your mama don't mind mit der Anmerkung: The Zodiacs don't mind .... Das Album erreichte mit bisher allein in den USA über 7 Millionen verkauften Exemplaren Multi-Platin-Status.

 

 

Die 1980er

Das nachfolgende Album Hold Out eroberte - begünstigt durch das Vorgänger-Album Running On Empty, das es in insgesamt 65 Wochen bis auf Rang 3 der US-Album-Charts brachte - gleich nach Erscheinen im September 1980 den 1. Platz der US-Album-Charts, obwohl sich darauf kein einziger Top-Ten-Hit befand. Browne bewegte sich erstmals deutlich hörbar von seinen gewohnten Folk- und Country-Balladen weg. Der Opener Disco Apocalypse war ein Abgesang auf das ausgehende "Saturday Night Fever" Ende der 70er Jahre. Dazu gesellten sich Stücke der Kategorie klassischer US-Gitarrenrock und emotionsgeladene Stücke wie Call It A Loan und den Song Of Missing Persons, den er der Tochter seines so früh verstorbenen Musik-Kollegen und Freundes Lowell George widmete.

Anlässlich des letzten Albums erfolgt eine große USA- und Europatournee bis Sommer 2009. In Deutschland ist Jackson Browne im April 2009 u. a. in München, Berlin, Köln und Stuttgart aufgetreten.

Insgesamt veröffentlichte Jackson Browne bisher zwischen 1972 und 2008 17 Alben, davon 13 Studioalben, zwei Best-Of-Alben sowie zwei Live-Alben (Solo-Akustik).

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