Joni Mitchell am 03.05.1983 im CCH Hamburg

Joni Mitchell wuchs in einer kanadischen Kleinstadt auf. Bereits hier hatten die Lieder von Pete Seeger einen großen Einfluss auf sie. Nach dem Abitur begann sie in Toronto ein Kunststudium, das sie jedoch abbrach, nachdem sie schwanger geworden war. Vor ihrer konservativen Familie verheimlichte sie die Schwangerschaft und gab das Kind zur Adoption frei. 1965 lernte Mitchell ihren künftigen Ehemann Chuck Mitchell kennen, mit dem sie nach Detroit in die USA zog, wo sie gemeinsam Musik machten. Das junge Ehepaar blieb jedoch nicht lange zusammen, und in der Zeit der Trennung schrieb sie ihre ersten Lieder.

Die Künstlerin ging nach New York und wurde mit ihren Songs schnell zu einem Insidertipp in der dortigen Clubszene, die in den 1960er Jahren in Greenwich Village der Nabel der Folkmusik war. David Crosby, der die Byrds verlassen hatte und später Crosby, Stills, Nash and Young angehören sollte, bot sich an, ihr erstes Album zu produzieren, welches 1968 erschien. Nun begann sich ihr Bekanntheitsgrad auf die gesamten Vereinigten Staaten auszuweiten, und in der Folkszene errang sie schnell einen Kultstatus, der bis heute anhält.

1969 wurde sie eingeladen, auf dem legendären Festival in Woodstock aufzutreten, konnte das Festivalgelände jedoch aufgrund des enormen Andrangs nicht erreichen. Aufgewühlt von der Energie, die von diesem Festival auf die gesamte Generation ausging, schrieb sie mit dem Song Woodstock die Hymne auf das Festival, und Crosby, Stills, Nash and Young hatten mit diesem Lied einen großen Hit. Joni Mitchell beeinflusste selbst auch andere Musiker: So landete die schottische Rockband Nazareth 1974 einen Single-Hit mit einer Coverversion ihres Songs This Flight Tonight vom Album Blue. Für Judy Collins schrieb sie 1967 den Hit 'Both Sides Now', den sie später (1968) auch selbst mit Gitarren-Begleitung sang (Album Clouds).

Joni Mitchell ist bis heute als Liedermacherin tätig, aber die Einflüsse auf ihre Musik sind nicht nur Folkmusik, sondern ab etwa Mitte der 1970er Jahre auch Jazzeinflüsse (z.B. Jaco Pastorius auf „Hejira“ oder das Tribut-Album für Charles Mingus). 1976 war sie beim The Last Waltz, dem Abschiedskonzert von The Band mit ihrem Lied Coyote dabei. In den 1980er Jahren kamen Einflüsse aus der elektronischen Musik und Rockmusik hinzu (zum Beispiel mit Thomas Dolby).

 

 

Ein nicht unumstrittener Abschnitt ihrer Karriere sollte das Doppelalbum Travelogue werden, welches inspiriert von den Ereignissen des Terrorangriffes vom 11. September 2001 eine Sammlung der Lieder aus drei Jahrzehnten enthält. Begleitet wurde Joni Mitchell bei den Aufnahmen von einem 70-köpfigen Orchester und Jazzmusikern wie Herbie Hancock oder Wayne Shorter. Das Album erschien im Oktober 2002, und Joni Mitchell verkündete, das sei ihr letztes Album und sie sei der Musikindustrie müde. Sie wollte sich nun voll und ganz der Malerei widmen, die sie zeit ihres Lebens nicht aus den Augen verloren hatte. Entgegen diesen Ankündigungen nahm Joni Mitchell Anfang 2007 das Album Shine mit fast vollständig neuem Material auf, das im Herbst 2007 erschien und musikalisch eine Wiederannäherung an die eigenen musikalischen Wurzeln bedeute.

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