Meatloaf am 11.02.1987 im CCH Hamburg

Marvin Lee Aday wurde am 27. September 1947 als Sohn eines Polizisten und einer Lehrerin geboren und hatte schon früh Kontakt zur Musik. So sang seine Mutter im örtlichen Gospel-Quartett namens Vodiodo. Er selbst hörte die Werke von Bob Dylan, den Rolling Stones, des Kingston Trios und Mahalia Jackson. Zu seinem alkoholkranken Vater hatte er ein problematisches Verhältnis. Dieser war gewalttätig und ging sogar mit einem Messer auf ihn los. Trotzdem widmete er Bat Out of Hell seiner Mutter und seinem Vater. Den Spitznamen „Meat“ bekam er im Alter von zwei Jahren von seinem Vater aufgrund seines Übergewichtes; nachdem er dann mit 13 Jahren seinem Footballtrainer auf den Fuß getreten war, bezeichnete ihn dieser als „Meat Loaf“. Wie er zu seinem Spitznamen kam, wird auch in dem Lied Tear Me Down auf Couldn’t Have Said It Better erwähnt.

Nach dem Krebstod seiner Mutter verließ er 1967 seinen Vater und trampte nach Los Angeles, wo er diverse Rockbands gründete, die teilweise in den Vorprogrammen von The Who, Joe Cocker und Iggy Pop spielten. Jedoch hatte er damit keinen Erfolg und hielt sich als Parkplatzwächter über Wasser. Ein Mann, von dem Meat Loaf dachte, er würde ihn einstellen, fragte, was er außer Parkplatzwächter sonst noch mache und Meat Loaf sagte ihm, er sei Sänger, worauf ihn der Mann zu einem Vorsingen zum Musical Hair einlud. Dieses verlief erfolgreich und er bekam eine Rolle in dem Stück. Daraufhin wurde das Plattenlabel Motown auf ihn aufmerksam, wo man ihm ein Duett mit Stoney (bürgerlich Cheryl Murphy) vorschlug, was er akzeptierte. So entstand 1971 das Album Stoney and Meat Loaf. Um das Album zu promoten, gingen sie auf Tour mit Jake Wade and the Soul Searchers, waren Vorgruppe für Richie Havens, Bob Seger, Alice Cooper und Rare Earth.

Nach der Tour schloss sich Meat Loaf wieder der Mannschaft von Hair an, dieses Mal am Broadway. Nachdem er einen Agenten angeheuert hatte, sang er für das Musical More Than You Deserve. Während des Vorsingens traf Meat Loaf zum ersten Mal auf den Musical- und Songwriter Jim Steinman, der für seinen Kompositionsstil bekannt war, der laut Steinman selbst Gospel und Rock’n’Roll sowie Soul mit Richard Wagner verbände. Das Titellied fand sich später auf dem Album Dead Ringer wieder. Im Winter 1973, nach einer kurzen Produktion von Rainbow, erhielt Meat Loaf das Angebot, in der US-amerikanischen Adaption des Musicals The Rocky Horror Show mitwirken zu dürfen. Er nahm das Angebot an und verkörperte im Folgejahr die Rolle des „Eddie“ in den Aufführungen im Club The Roxy in West Hollywood.

Ungefähr zur selben Zeit arbeiteten Meat Loaf und Jim Steinman an Bat Out of Hell, das eigentlich ein Musical namens Neverland werden sollte, in dem eine klassische Peter-Pan-Geschichte in die Rockerszene versetzt wurde. Die Idee rückte aber nach und nach in den Hintergrund und so konzentrierten sich die beiden auf einen Plattenvertrag. Nach langer Suche und vielen Ablehnungen entschied sich Cleveland International Records, der Platte eine Chance zu geben. Bat Out of Hell wurde am 21. Oktober 1977 veröffentlicht. Es steht auf Platz 7 der Liste der meistverkauften Musikalben, wobei der Verkauf erst 1978 richtig ansprang. Bis AC/DC 1980 Back in Black herausbrachten, war es das meistverkaufte Rockalbum und in Australien das bestverkaufte überhaupt. Mit mittlerweile 41 Millionen Exemplaren war es 88 Wochen in den US-Charts und 395 Wochen sowie 16 Wochen in den Top-Ten der UK-Charts vertreten und trägt seither den Guinness-Weltrekord als „The Longest Charting Record“. Die zugehörige Single war in 28 Ländern Platz 1.

Während der Vorbereitung zu Bat Out of Hell übernahm Meat Loaf 1976 den Leadgesang auf dem Ted-Nugent-Album Free for All.

Nach der mehrjährigen Welttournee widerfuhr Meat Loaf am Anfang der 1980er eine schwere Stimmerkrankung, die er sich durch den schweren Erfolgsdruck und eine stressige Tour einhandelte, wodurch er sein Karriere-Ende befürchten musste. Das war ein Grund, warum er das Album Renegade Angel nicht wie geplant einsingen konnte. Jim Steinman sang das Album unter dem Titel Bad for Good 1981 schließlich selbst, da er Meat Loafs Genesung nicht abwarten wollte. Als Meat Loafs Stimme wiederhergestellt war, überließ ihm Jim Steinman einige Lieder, die von Bad For Good übrigblieben, für das Nachfolgealbum Dead Ringer (1981), das in England auf Platz 1 kam. Das Titellied Dead Ringer for Love, ein Duett mit Cher, erreichte Platz 5 in England und hielt sich insgesamt 19 Wochen in den Charts. Zwei weitere Singles wurden ebenfalls ausgekoppelt: I’m Gonna Love Her For Both Of Us und Read ’Em And Weep


Es kam zum Bruch der Partnerschaft mit Jim Steinman und zum Streit mit Meat Loafs Manager. Aufgrund der vertraglichen Verpflichtung, ein weiteres Album zu veröffentlichen, erschien 1983 das Rockalbum Midnight At The Lost And Found, das jedoch kommerziell floppte. Das 1984er Album Bad Attitude war ein gescheiterter Versuch, Meat Loaf vor dem völligen Bankrott zu bewahren. Lediglich die Singleauskoppelung Modern Girl war ein kleiner Hit. Das Album enthielt zwei alte Lieder von Jim Steinman.

Die Plattenfirma und das Management kündigten die Zusammenarbeit, was bei Meat Loaf zu einem Nervenzusammenbruch führte und er verfiel dem Alkohol. Nach einer erfolgreichen Entziehungskur erschien 1986 das Album Blind before I Stop, mit Frank Farian als Produzenten, das jedoch wegen eines unglücklichen Arrangements ebenfalls mehr als floppte. Meat Loaf: „Frank hat einige komische Sachen mit den Liedern gemacht.“ Trotzdem singt Meat Loaf das Titellied bis heute hin und wieder bei Live-Konzerten.

Erst 1987, im Rahmen erster Ideen für Bat Out of Hell II: Back Into Hell, versöhnten sich Meat Loaf und Jim Steinman wieder. Nichtsdestoweniger war das Verhältnis zwischen den beiden während der Arbeiten gespannt, da Jim Steinman kreative Probleme hatte und sich die Veröffentlichung immer wieder verzögerte. Schließlich griff er auf einige „Konserven“ zurück, was dem Erfolg jedoch keinen Abbruch tat.

Mit der Veröffentlichung von Bat Out of Hell II (Back into Hell) feierte Meat Loaf 1993 ein Comeback und wurde für das Lied I’d Do Anything for Love (But I Won’t Do That) mit einem Grammy ausgezeichnet. Drei Jahre später brachte er das Album Welcome to the Neighbourhood (Hauptlied: I’d lie for you (And that’s the truth)) heraus.

Wegen mangelnder Versorgung mit Liedern von Seiten Jim Steinmans zog Meat Loaf für das Album weitere Liedermacher heran, vor allem Diane Warren, von der auch das Hauptlied stammt. Danach gönnte er sich bis zum Erscheinen von Couldn’t have said it better (2003) (dem seiner Meinung nach besten Album seit Bat out of Hell) eine musikalische Pause, um sich intensiver der Schauspielerei, seinem zweiten Standbein, zu widmen. Gleichwohl brachte er 1999 Storytellers heraus, ein Live-Mitschnitt, bei dem er, interaktiv mit dem Publikum, (sitzend) Hintergründe und Anekdoten zu seinen Liedern erzählte und diese dann sang. Damit ging er auch auf Tour.
Meat Loaf live (2004)

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