Bereits als Vierjähriger erhält Carlos Santana Geigenunterricht von seinem Vater, wechselt aber 1955, mit dem Aufkommen des Rock 'n' Roll, zur Gitarre. In den Clubs von Tijuana, wohin die Familie im selben Jahr gezogen ist, verfeinert er sein Spiel.

 

 

1960 zieht seine Familie nach San Francisco. Carlos folgt erst ein Jahr später und verdient sich seinen Unterhalt in Striptease-Clubs. Seine Vorbilder waren unter anderem Gábor Szabó, Bola Sete und Wes Montgomery. In San Francisco angekommen, lernt er bald Gleichgesinnte kennen und gründet 1965 mit Gregg Rolie, Gus Rodriguez, Michael Carabello und Danny Haro die Santana Blues Band. Angeblich wird der Name anfangs nur gewählt, weil die lokale Musikergewerkschaft verlangt, dass jede Band einen Kopf haben müsse. Schnell werden die Jungs in San Francisco und Umgebung wegen ihrer unverwechselbaren Klangfarbe, einer Mischung aus Rock'n'Roll, Blues und lateinamerikanischen Rhythmen, bekannt. Sie erschaffen damit den Latin Rock.

 

 

Ende September 1968 wird Santana am letzten Abend ins Fillmore West als Ersatz für den erkrankten Mike Bloomfield, der den 21-jährigen Carlos bewundernd Carlito nennt, zu den Live Adventures von Al Kooper eingeladen. Mit dem Titel Sonny Boy Williamson (Jack Bruce/Paul Jones) wird Santanas Gitarrenspiel dadurch erstmals live dokumentiert.

1969 wird die erste LP Santana aufgenommen. Anschließend tourt die Band, die inzwischen zu einem Sextett angewachsen ist, durch die USA, wo sie im August besonders durch einen Auftritt beim Woodstock-Festival sehr bekannt wird. Für den Woodstock-Film wird später ihr sehr expressives Stück Soul Sacrifice ausgewählt. Im selben Monat erscheint das Debütalbum, das es bis in die Top 5 der US-amerikanischen Albumcharts schafft, in denen es über zwei Jahre verbleibt und über zwei Millionen Male verkauft wird. Darauf enthalten ist auch der Top-40-Single-Titel Jingo (eine Cover-Version eines 1959 von Babatunde Olatunji aufgenommenen nigerianischen Stücks) und der Top-10-Single-Titel Evil Ways.

 

Auf dem zweiten Album der Band, Abraxas (vom September 1970), sind die Klassiker Samba Pa Ti, Oye Como Va (von Tito Puente) (Top 10) und Black Magic Woman (von Peter Green) (Top 5) enthalten. Dieses Album, von dem schließlich 4 Millionen Exemplare verkauft werden, erreicht die Spitze der Charts. Ende des Jahres wird die Band durch den jungen Gitarristen Neal Schon (* 27. Februar 1954) zu einem Septett erweitert.
Im September 1971 wird Santana III veröffentlicht, auf dem viele Gastmusiker, wie z. B. der Perkussionist Coke Escovedo, zu hören sind, der bei allen Liedern mitspielt. Mit zwei Millionen verkauften Exemplaren erreicht auch dieses Werk die Spitze der Charts. Es werden die Top-10-Single Everybody's Everything und die Top-20-Single No One to Depend On ausgekoppelt. Nach der Tournee, die die Herausgabe dieses Albums begleitet, trennt sich die Band. Carlos Santana behält das Recht am Bandnamen.

1972 bringt Santana nach einer Tour zusammen mit Buddy Miles ein Livealbum heraus und vereint die Band wieder, um das vierte Album Caravanserai aufzunehmen. Von der alten Besetzung sind Shrieve, Areas, Rolie und Schon dabei, von denen die letzteren beiden ein Jahr später die Band verlassen, um Journey zu gründen. Das Album erscheint im September, erreicht die Top 5, erhält eine Platin-Schallplatte und wird für einen Grammy nominiert.

Weitere Alben folgen, aber auch neue Mitglieder in der Band. Im Laufe der Zeit sinkt der Erfolg der Band und auch die Soloambitionen von Carlos Santana werden geringer. Dennoch ist er ein begehrter Gastmusiker. Dabei ist sein Stil inzwischen unverkennbar geworden.

 

 

1998 wird Carlos Santana mit weiteren Bandkollegen in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

1999 gelingt ihm mit seiner Band ein Comeback: Das Album Supernatural wird weltweit ein kommerzieller Erfolg und Santana erhält bei der Grammy Verleihung 2000 acht Auszeichnungen, was bisher nur Michael Jackson 1984 mit Thriller erreichte. Neben den Grammys erhält Santana in der Folge als Bandleader und Solokünstler zahlreiche weitere Musikpreise. Seither ist er wieder in aller Munde. Auf Supernatural wirkten unter anderem Rob Thomas (matchbox twenty), Wyclef Jean, Eagle-Eye Cherry, Everlast, Maná, Lauryn Hill, Dave Matthews und Eric Clapton mit. Es folgt 2002 das Album Shaman, auf dem P.O.D., Seal, Dido und Michelle Branch als Gastmusiker zu hören sind.


Santana bei seinem Konzert in Barcelona 2003Am 28. Oktober 2005 erscheint All That I Am mit Musikern wie Steven Tyler (Aerosmith), Big Boi (OutKast), Mary J. Blige, will.i.am, Los Lonely Boys, Sean Paul, Joss Stone, Kirk Hammett (Metallica), Robert Randolph und The Wreckers. Die erste Single-Auskoppelung aus diesem Album, Just Feel Better (feat. Steven Tyler), stammt aus der Feder von Damon Johnson, aktuell Gitarrist bei Alice Cooper und Frontman der Band Slave To The System. Live stellt Santana diesen Song in Deutschland am 6. November 2005 in der Samstag-Abend-Show Wetten, dass..? vor. An Stelle von Steven Tyler übernimmt dabei der Sänger der US-amerikanischen Hard-Rock-Band Silvertide, Walt Lafty, den Gesangspart.

Auf der Europa-Tournee 2006 wird Carlos Santana von seinem Sohn Salvador Santana und dessen Gruppe begleitet. Im Juli 2006, als in Montreux das 40-Jahre-Jubiläum des Jazzfestivals gefeiert wird, fungieren Carlos Santana und seine Band als Gastgeber an drei Abenden und beglückten das Publikum mit musikalischen Themenreisen in den Blues (My Blues is deep), in die afrikanische Musik (Beat of my drum) und mit einem Abend, an dem Tower of Power, Beverly Knight, Herbie Hancock und viele andere Künstler mitwirken.

 

Equipment, Technik [Bearbeiten]

Santana bevorzugt E-Gitarren mit 2 Tonabnehmern. Früher waren es Gibson SG mit P90-Pickups, wie auch auf den Aufnahmen seines ersten Albums zu sehen ist, später spielte er eine Yamaha SG 2000, eine Yamaha PF3000 und ist auf Konzertmitschnitten auch mit einer Fender Stratocaster zu sehen. 1981 stieß er auf PRS. Paul Smith baute für ihn nach seinen Spezifikationen ein Original, das heute bereits vier Versionen durchgangen hat. Die Gitarren besitzen eine Mensur von 24,5 Zoll im Gegensatz zu den bei PRS üblichen 25 Zoll und sind als eines der Custom-Modelle von PRS für jedermann erhältlich.

Als Verstärker benutzt er einen alten Mesa Boogie Mark 1 Red-Head, zwei Dumble Overdrive und einen Dumble Steel String. Bei allen seinen Verstärkern handelt es sich um Röhrenamp-Heads. Als Boxen werden zwei 12-Zöller und zwei 4x12-Zöller von Mesa Boogie benutzt.

Santana spielt sowohl mit den Fingern als auch mit einem Plektrum.

 

Joomla templates by a4joomla
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok