Erste Erfahrungen als Berufsmusiker sammelte Hackett bei der Band Canterbury Glass, auf deren 1969 eingespieltem (aber erst 2007 veröffentlichtem) Album Sacred Scenes and Characters er bei zwei Titeln mitwirkte, außerdem bei den Formationen Heel Pier und Sarabande. 1970 wirkte er als Studiomusiker am Album The Road der Band Quiet World mit, bei diesem Projekt spielte auch sein jüngerer Bruder John Hackett Rhythmusgitarre.

Auf der Suche nach einer „richtigen“ Band veröffentlichte Steve Hackett eine Annonce im Melody Maker: Guitarist/Writer seeks receptive musicians, determined to strive beyond existing stagnant music forms (Gitarrist/Songschreiber sucht aufgeschlossene Musiker, die gewillt sind, sich über existierende, stagnierende Musikformen hinwegzusetzen). Die eigenwillige Formulierung erregte die Aufmerksamkeit von Peter Gabriel, dessen Band Genesis einen dauerhaften Ersatz für ihr Gründungsmitglied Anthony Phillips benötigte. Nachdem man sich von den gegenseitigen musikalischen Qualitäten überzeugt hatte, bekam Hackett den Job zum Jahreswechsel 1970/71.

Späterer Genesis-Bezug und Reunions

Seit Hacketts Ausstieg bei Genesis gab es nur einige wenige Quasi-Wiedervereinigungen der Fünfer-Besetzung. Im Jahre 1982 fand in Milton Keynes unter dem Namen Six of the Best ein einmaliges Reunion-Konzert statt, an dem sowohl Peter Gabriel als auch – bei den Zugaben I Know What I Like und The Knife – Steve Hackett teilnahmen. Die Organisation fand unter großem Zeitdruck statt; die Konzerteinnahmen sollten dem finanziell angeschlagenen WOMAD-Projekt Gabriels zugutekommen.[7] Wenig später, Anfang 1983, tauchten dann auch bei einem Hackett-Konzert in Guildford die Überraschungsgäste Peter Gabriel und Mike Rutherford auf. 1998 traf sich die Gruppe für ein Foto-Shooting mit anschließendem gemeinsamen Abendessen anlässlich der Veröffentlichung des Boxsets Archive I – 1967–1975, für das Hackett einige Teile (zum Beispiel bei Firth of Fifth und The Lamia) neu aufgenommen hatte. Hackett nahm auch an der (getrennt eingespielten) Neuauflage des Klassikers Carpet Crawlers für die Kompilation Turn It On Again – The Hits teil. Im November 2005 wurde bei einem Band-Meeting eine Fünf-Mann-Reunion für die Dauer einer Tournee erörtert, um das Konzeptalbum The Lamb Lies Down on Broadway in seiner ganzen Länge neu aufzuführen. Aufgrund anderweitiger Projekte Gabriels wurde daraus jedoch 2007 eine Reunion von Collins, Banks und Rutherford ohne Gabriel und Hackett.[8] Im März 2010, anlässlich der Einführung von Genesis in die Rock and Roll Hall of Fame, kam die Band bis auf den abermals anderweitig verpflichteten Gabriel einmal mehr zusammen, woraus sich wiederum keine gemeinsamen Projekte ergaben.

Hackett, der in Interviews stets betont, dass eine Genesis-Reunion am allerwenigsten an ihm selbst scheitern würde, hat seit den 90er Jahren bei seinen eigenen Konzerten in zunehmendem Maße 70er-Jahre-Klassiker der Band live dargeboten und 1997 bzw. 2012 auch eigene Studio-Neuaufnahmen diverser Genesis-Stücke veröffentlicht (Genesis Revisited, Vol. 1 und 2). Nicht mehr an eine Reunion glaubend, brachte er diese Stücke auf seiner erfolgreichen 2013er Genesis Revisited Tour schließlich selbst auf die Bühne. Dabei kam es zu einigen Gastauftritten des letzten Genesis-Sängers Ray Wilson[9], mit dem er auch eine neue Studio-Version von Carpet Crawlers eingespielt hat. Das im Oktober 2013 erschienene zugehörige Box-Set Genesis Revisited: Live At Hammersmith erreichte kurz nach Erscheinen Platz 17 der deutschen Albumcharts.

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