Supertram am 16.09.1977 in Wiesbaden

1969 bis 1973
Finanziell unterstützt durch den holländischen Industriellen Stanley August Miesegaes (genannt Sam) gründete sich die Band um die beiden Komponisten und Sänger Rick Davies und Roger Hodgson im Jahr 1969. Weitere Musiker der Urbesetzung waren der Gitarrist Richard Palmer-James (der spätere King-Crimson-Texter) und der Schlagzeuger Keith Baker. Die Band absolvierte ihren ersten öffentlichen Auftritt noch unter dem Namen „Daddy“ im Münchener PN-Club in der Leopoldstraße. Dort drehte der Filmemacher Haro Senft einen Kurzfilm über die Band, der unter dem Titel Supertramp Portrait 1970 veröffentlicht wurde und u. a. am Filmfestival in San Remo 1970 teilnahm. Senft war es auch, der Supertramp im Sommer 1970 beauftragte, den Soundtrack für seinen Film Fegefeuer aufzunehmen, der im März 1971 zur Erstaufführung kam. Mittlerweile war der zu Uriah Heep gewechselte Keith Baker durch den Drummer Robert "Bob" Millar ersetzt worden. Im Juli 1970 erschien das Debütalbum Supertramp, dessen Songs deutlich im Stil des Progressive Rock komponiert waren und musikalische Anleihen bei Bands wie Traffic oder King Crimson zeigten. Im gleichen Jahr nahmen Supertramp neben The Doors, The Who, und Jimi Hendrix am Isle of Wight Festival teil.



Rick Davies auf einem Konzert in Dresden, 20021971 kam es zu personellen Umbesetzungen innerhalb der Band: Für Palmer kam der Bassist und spätere Co-Writer von Leo Sayer, Frank Farell († 2005). Der Perkussionist Kevin Currie (später: Wild Turkey) ersetzte den nach einem Nervenzusammenbruch ausgestiegenen Millar. Außerdem stieß der Saxophonist David Winthrop (später Chicken Shack) zur Gruppe. Die neue Besetzung spielte das stärker an Rock’n’Roll und Blues orientierte Nachfolgealbum Indelibly Stamped ein, das allerdings ebenso wie sein Vorgänger keine breite Käuferschaft fand. Zumindest durch das Cover, welches einen tätowierten nackten Oberkörper einer Frau zeigt, erlangte die Scheibe einige Aufmerksamkeit. Im Oktober 1972 stieg der Sponsor der Band Sam, der offenbar das Interesse als Rockmäzen verloren hatte, aus. Als Abschiedsgeschenk erließ er der Band sämtliche Schulden. Frank Farrell, der ebenfalls die Band verlassen hatte, wurde durch den Schotten Dougie Thomson (Bass) ersetzt. Mit dem neuen Bassisten wurden im November 1972 und im Juni 1973 Studioaufnahmen für die John-Peel-Sessions der BBC produziert.

Supertramp 1977 in Wiesbaden

1974 bis 1983
Gemeinsam mit Thomson formierten Davies und Hodgson Supertramp im September 1973 neu. Die neuen Bandmitglieder waren John Helliwell (Saxophon, Klarinette) und Bob Siebenberg – bis 1980 unter dem Künstlernamen Bob C. Benberg – (Schlagzeug und Perkussion). Die erste, im neuen Lineup produzierte Single Land Ho / Summer Romance fand zwar kaum Käufer, war jedoch für die Band der Start in eine erfolgreiche Karriere, da der renommierte Produzent Ken Scott (u. a. David Bowie und Elton John) die Produktion übernahm. Unter Scotts Regie entstand dann 1974 auch das Album Crime of the Century, das bis auf Platz 1 in der britischen Hitparade stieg, mit der Single Dreamer einen Top-Ten-Erfolg verbuchen konnte und auch den Titel School enthielt. Mit der Singleauskopplung Bloody Well Right war die Band erstmals in den USA erfolgreich. Für die meisten Musikkritiker gilt Crime of the Century heute als Supertramps bedeutendstes Album. Der Band gelang hier die Fusion von eingängiger und anspruchsvoller Musik, changierend zwischen Bluesrock, Pop und Progressive-Rock. Supertramps unverwechselbarer Sound, bestehend aus Hodgsons Falsettgesang, Rick Davies ostinatem Keyboard- und Klavierspiel und der Arbeit des erstklassigen Saxophonisten John Anthony Helliwell, war hier erstmals zu hören. Die folgenden Alben Crisis? What Crisis? (1975), Even in the Quietest Moments… (1977), mit dem der Band der Durchbruch in den USA gelang, und Breakfast in America (1979) setzten den Erfolg fort – mit dem letzteren erreichten Supertramp ihren kommerziell größten Erfolg. Das Album verkaufte sich mehr als 18 Millionen Mal und enthielt mit den Songs Breakfast in America, The Logical Song, Goodbye Stranger und Take the Long Way Home gleich vier internationale Top-Hits.

Nach einer ausgedehnten Welttournee (dokumentiert auf dem Live-Doppelalbum Paris (1980), mit sieben Titeln aus dem Album Crime of the Century), dem Studioalbum …Famous Last Words… (1982) und einer gigantischen Abschiedstournee verließ Roger Hodgson die Band zugunsten einer Solokarriere, da er und Davies sich über die Richtung der Band nicht mehr einig wurden. Hodgson tendierte zur Popmusik, während Davies einen stärkeren Akzent auf Blues und Jazz legen wollte.

1983 bis 2002
Roger Hodgsons erstes 1984 entstandenes Soloalbum In the Eye of the Storm unterscheidet sich klanglich wenig von der bis dahin bekannten Supertramp-Musik – insbesondere was die von ihm interpretierten Stücke anbelangt. Davies vollführte hingegen einen leichten Stilschwenk in Richtung Jazz und R&B, um sich von Hodgson abzugrenzen. Das noch am Neoprogressive-Rock orientierte Album Brother Where You Bound verkaufte sich gut und enthielt mit der Single „Cannonball“ sogar einen für Supertramp untypisch tanzbaren und groovenden Song, der sich in den USA in die Top 30 platzieren konnte. Die folgenden Alben Free as a Bird und Live '88 konnten aber an die vergangenen Erfolge nicht mehr anknüpfen. Die Bandmitglieder trennten sich daraufhin im Jahr 1988.

1993 versuchten Davies und Hodgson eine Wiedervereinigung des erfolgreichen Lineups zu starten. Diese scheiterte weniger aufgrund persönlicher Differenzen zwischen den beiden Songwritern, als vielmehr wegen einer unterschiedlichen Auffassung zum Management der Band, wie Hodgson Jahre später in einem Interview bekanntgab. Dieses hatte seit Hodgsons Ausstieg Davies' Frau Sue übernommen.

Erst 1997 kam Supertramp – ohne Hodgson – wieder zusammen, um das Comeback-Album Some Things Never Change zu veröffentlichen, das sich in Europa gut verkaufte und in Deutschland innerhalb kürzester Zeit Gold-Status erlangte und bis auf Platz 3 der Charts vorstieß. Crowded-House-Gitarrist Mark Hart, der schon 1987 und 1988 mitgespielt hatte, übernahm bei Konzerten Hodgsons Gesangparts und Songs. Auch Bassist Dougie Thomson war nicht mehr im Band-Lineup vertreten; sein Part wurde von Cliff Hugo übernommen. Weitere Neuzugänge waren der Trompeter Lee Thornburg und der Gitarrist Carl Verheyen. Aus der auf dieses Album folgenden Tournee It's About Time (102 Konzerte) resultierte 1999 das Live-Album It Was the Best of Times.

Auf dem bisher letzten Studioalbum Slow Motion 2002 wurde die Band durch den Sohn des Drummers Bob Siebenberg, Jesse Siebenberg (Percussion), verstärkt. Auf dieses Album folgte die Tournee One more for the road.

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